Vorschlag der Bundesjustizministerin: FDP will PID in engen Grenzen erlauben

Vorschlag der Bundesjustizministerin : FDP will PID in engen Grenzen erlauben

Berlin (RPO). Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) unter engen Grenzen zulassen. "Es kann nicht sein, dass Frauen durch ein PID-Verbot in eine Schwangerschaft getrieben werden, die dann später mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder abgebrochen würde", sagte sie in einem Interview.

Eine völlige Freigabe der PID lehnt die FDP-Politikerin jedoch ab. Dann drohe die Gefahr, dass sich Eltern die Eizellen heraussuchen, von denen sie sich die beste genetische Veranlagung erhoffen. "Es darf nur darum gehen, Fehlgeburten oder späte Abtreibungen zu verhindern. Eine Entscheidung zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben müssen wir verhindern", so die Ministerin gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel".

Derzeit gibt es drei fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe zur Frage, ob mit Hilfe künstlicher Befruchtung entstandene Embryonen per Gentest auf Krankheiten untersucht werden dürfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die grüne Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt treten mit ihrem Vorstoß für ein totales PID-Verbot ein. Dagegen will der Entwurf der Abgeordneten René Röspel (SPD), Priska Hinz (Grüne) und Patrick Meinhardt (FDP) die PID zulassen, wenn das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt besteht oder das Kind im ersten Lebensjahr zu sterben droht. Der von Leutheusser-Schnarrenberger unterstützte dritte Entwurf will die PID bereits dann erlauben, wenn es in der Familie schwere Erbschäden gibt und eine Ethikkommission der PID zustimmt.

(apd/felt)
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