1. Politik
  2. Deutschland

Initiative gegen Ärztemangel: FDP will Numerus clausus für Medizin lockern

Initiative gegen Ärztemangel : FDP will Numerus clausus für Medizin lockern

Berlin (RPO). Die FDP will den Zugang zum Medizinstudium erleichtern, um dem drohenden Ärztemangel vorzubeugen. "Es wird Zeit, dass wir offen über den Numerus clausus für das Medizinstudium sprechen", sagte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, einer Zeitung.

"Das Auswahlverfahren für das Studium wirkt wie eine Barriere bei der Versorgung mit Ärzten", sagte sie der Tageszeitung "Die Welt". Flach greift damit einen Vorschlag der Ärzteschaft auf, die gefordert hatte, den Zugang zum Medizinstudium zu lockern.

Hintergrund der Überlegungen ist der für die nächsten Jahre befürchtete Ärztemangel. Vor allem in ländlichen Gebieten geben viele Ärzte aus Altersgründen ihre Praxis auf, finden aber keine Nachfolger. Auch in immer mehr Krankenhäuser in Deutschland bleiben Stellen unbesetzt. Im vergangenen Jahr fehlten 5000 Ärzte in Kliniken, wie eine Studie des deutschen Krankenhausinstituts belegt.

Aufgrund der großen Nachfrage bekommen Abiturienten in der Regel nur dann ohne Probleme eine Zulassung fürs Medizinstudium, wenn sie im Abschlusszeugnis einen Notendurchschnitt von 1,4 oder besser haben. Im Wintersemester 2009/2010 kamen mehr als vier Bewerber auf jeden der rund 8500 Studienplätze für Medizin.

FDP-Gesundheitspolitikerin Flach schlägt nun vor, mit den Bundesländern und möglicherweise auch mit Universitäten über gelockerte Zugangsmöglichkeiten zu verhandeln. Sie wolle den Numerus clausus nicht abschaffen, aber mindestens lockern, sagte sie.

(DDP/pst)