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Atomkraft in Deutschland: FDP will acht Meiler endgültig stilllegen

Atomkraft in Deutschland : FDP will acht Meiler endgültig stilllegen

Berlin (RPO). Die FDP will erreichen, dass die acht vorübergehend abgeschalteten Atommeiler endgültig stillgelegt werden. Dazu strebe seine Partei einen Konsens mit den Betreibern an, sagte Generalsekretär Christian Lindner am Dienstag in Berlin.

Eine Übertragung von Reststrommengen auf jüngere Meiler solle es nicht geben. Vorbild der Gespräche mit den Atom-Konzernen sollen die von Rot-Grün geführten Konsensgespräche des Jahres 2000 sein, wie Lindner sagte. Sie sollen möglichst bald stattfinden.

Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich derweil für einen "schnellen, aber machbaren Umbau" der deutschen Energieversorgung ausgesprochen. Die Diskussion in den FDP-Spitzengremien zum Thema Atomausstieg am Montagabend habe zu einer "Kursänderung hin zu den regenerativen Energien" geführt, sagte der FDP-Politiker am Dienstag in Berlin. Er wies aber auch darauf hin, dass dies ein "Ja zum Leitungsbau" bedeute.

In Deutschland fehlten 3600 Kilometer Stromleitungen, sagte Brüderle. Die "Lehre aus Stuttgart 21" sei, dass man keine Leitungen bauen könne, wenn die Menschen das nicht wollten. Es bedürfe daher eines intensiven Dialogs mit Naturschutz- und anderen Verbänden, um die Folgen der neuen Energiepolitik zustimmungsfähig zu machen. Er zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass das gelinge. "Es gibt keine politische Kraft, die den Umbau hin zu den regenerativen Energien nicht will."

Die neue Energiepolitik werde sich aber auch in den Strompreisen niederschlagen, meinte der FDP-Politiker. Zu einer möglichen Rücknahme der Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke sagte er nichts, sondern verwies auf die gerade erst begonnenen Prüfungen im Rahmen des von der Bundesregierung ausgerufenen dreimonatigen Moratoriums. "Erst klären, dann entscheiden", gab er als Parole aus.

(apd/csi)