FDP-Politiker Karlheinz Busen: Tierhaltung auf Weide ist durch Wölfe in Gefahr

FDP-Politiker warnt: „Ohne Abschuss von Wölfen gibt es keine Weidetierhaltung mehr“

Die Haltung von Kühen und Schafen auf Weiden wird nach den Worten des FDP-Bundestagsabgeordneten Karlheinz Busen in Deutschland kaum noch möglich sein, wenn Jäger auch in Zukunft keine Wölfe abschießen dürfen.

„Der Wolf muss ins Jagdrecht aufgenommen werden“, forderte der jagd- und forstpolitische Sprecher der FDP-Fraktion in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Fast das gesamte Wild -Rehwild, Damwild, Schwarzwild - werde durch Jäger reguliert, nur der Wolf nicht. „Wir werden dann keine Weidetierhaltung mehr haben. Und wenn der Wolf aus Erfahrung mit den schwächeren Tieren seine Scheu verliert, wird er auch Menschen zu nahe kommen.“ Ein wesentliches Problem sei, dass Deutschland eine dicht besiedelte Kulturlandschaft und keine Steppe mit endloser Weite für Wölfe wie in Osteuropa habe. 

Laut Landwirtschaftsministerium nimmt der Wolfsbestand in Deutschland jährlich um 25 bis 30 Prozent zu, was alle drei bis vier Jahre eine Verdoppelung bedeute. Heute gebe es hierzulande rund 600 Wölfe. 2016 seien mehr als 1000 Nutztiere gerissen worden.

  • Wölfe : Klöckner will Abschuss von Wölfen erleichtern

Nach Regierungsangaben vom Mittwoch wollen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) Mitte Januar klären, ob der Abschuss von Wölfen in Deutschland zum Schutz von Nutztieren erleichtert werden soll.

Schulze hatte bereits zugesagt, das Bundesnaturschutzgesetz zu ändern, um besonders auffällige Wölfe abschießen zu können. Eine Ministeriumssprecherin sagte, die Tötung von Wölfen, die einen „ausreichend hohen Elektrozaun überwinden können“, sei heute schon möglich. Klöckner hatte Schulze zuvor gebeten, alle rechtlichen Möglichkeiten zur Reduzierung des Wolfsbestandes auszuschöpfen, die das internationale und europäische Artenschutzrecht bereithalte. Das Gesetz müsse so geändert werden, dass künftig eine „gemäßigte Bestandsregulierung“ möglich sei, die mehr als nur einzelne Abschüsse erlaube.

(kd)
Mehr von RP ONLINE