Neue politische Heimat: FDP macht Friedrich Merz den Hof

Neue politische Heimat : FDP macht Friedrich Merz den Hof

Düsseldorf (RPO). Die FDP hofiert Friedrich Merz. Dieser will sich aus der Bundespolitik zurückziehen, und immerhin gilt er als Unionspolitiker mit besonders liberalen Ideen. Offenbar hätten Reformpolitiker in der Union keine Heimat mehr, schlussfolgert also FDP-Vize Rainer Brüderle - und will Merz eine neue anbieten.

Der frühere Unions-Fraktionschef Merz hatte seinen Rückzug aus dem Bundestag zum Ende der Legislaturperiode angekündigt. Er begründete dies unter anderem damit, dass die Politik der großen Koalition nicht mehr mit seinen Grundüberzeugungen vereinbar sei.

"Friedrich Merz ist herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Liberalen in Deutschland für eine echte Steuerreform und für weniger Bürokratie zu kämpfen", sagte Rainer Brüderle darauf dem in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt".

Überhaupt ist der Rückzug von Friedrich Merz aus Sicht der FDP ein Beleg für die inhaltliche Erosion der CDU/CSU. FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", Merz' Abschied von der aktiven Bundespolitik schwäche das marktwirtschaftliche Lager innerhalb der Union dramatisch.

Er belege außerdem, dass für marktwirtschaftliche Vernunft in der Union kaum noch Platz sei. Auch Äußerungen des stellvertretenden Unionsfraktionschefs Wolfgang Bosbach, der ebenfalls zu erkennen gab, dass er Zweifel am Kurs der Bundesregierung hegt, bewertete Westerwelle als "ein weiteres Indiz für die inhaltliche Erosion bei der CDU/CSU".

(afp2)
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