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FDP erntet Spott für Logo in "Telekom-Magenta"

Neues Logo der Liberalen : Die FDP erntet Spott für "Telekom-Magenta"

Die FDP will auf ihrem Dreikönigstreffen in Stuttgart endlich wieder in die Offensive kommen – und das auch mit neuem Logo. Moderner und sympathischer wollen die Liberalen damit wirken. Doch im Netz gibt es dafür vor allem eines: jede Menge Spott.

Die FDP will auf ihrem Dreikönigstreffen in Stuttgart endlich wieder in die Offensive kommen — und das auch mit neuem Logo. Moderner und sympathischer wollen die Liberalen damit wirken. Doch im Netz gibt es dafür vor allem eines: jede Menge Spott.

Es hat Tradition, das Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart. Am heutigen Dienstag ist es wieder soweit, mehr als 1000 Besucher sollen in die Oper der Stadt kommen, um dem Treffen beizuwohnen. Und dort will Parteichef Christian Lindner mit seiner Grundsatzrede die Liberalen wieder auf Kurs bringen. Schließlich sieht es auch in Bezug auf die demnächst anstehenden Wahlen in Hamburg und Bremen nicht gut aus.

Bei der Wahl 2013 aus dem Bundestag geflogen, folgte eine Wahlniederlage nach der anderen bei Landtagswahlen. Doch die Hoffnung auf eine Rückkehr in die insbesondere bundespolitische Bedeutung hat die Partei noch lange nicht aufgegeben. Nun wollen die Liberalen auch mit neuen Farben für die Trendwende kämpfen. Den Überlegungen, den Parteinamen zu ändern, hat man zwar widerstanden, doch das einstige Blau-Gelb im Logo wird nun durch ein Magenta aufgepeppt — dachte sich wohl zumindest die Partei. Bei den Usern im Netz aber weckt das ganz andere Assoziationen.

"Vom Hotel-Blau zum Telekom-Magenta"

Denn Magenta steht dank umfangreicher Werbung für viele Deutsche vor allem für ein Unternehmen: die Telekom. Das zeigt auch ein Blick auf Twitter, wo das neue Logo der Liberalen eifrig verspottet wird. "Nun also Magenta — die Farbe der 'Blendgranate' für den Telekom-Börsengang von 1996.

Das neue Parteilogo: Die FDP ist jetzt ein kleines bisschen Magenta (n-tv.de) http://t.co/b6bJRNsS5J pic.twitter.com/rFjeBI6S1L

Na, wenn ihr das beispielgebend findet, liebe #FDP", schreibt etwa ein User. Auch die einstigen Internet-Drosselungspläne der Telekom, die für viel Kritik gesorgt hatten, werden noch einmal hervorgeholt. "Das mit der Drosselung hat die #FDP ja schon von der Telekom übernommen, nur eben in Bezug auf Wählerstimmen", heißt es da etwa.

Andere fragen sich, ob die FDP in der Telekom einen neuen Sponsor gefunden hat, zumal sich die Partei vor einigen Jahren viel Kritik für ihren Vorstoß der Mehrwertsteuer-Ermäßigung für Hoteliers hatte gefallen lassen müssen. "Warum übernimmt die #FDP eigentlich die Logo-Farbe der Telekom und nicht die vom DEHOGA", schreibt ein User. Ein anderer kommentiert spöttisch: "Ich finde es gut, dass die FDP sich vom Hotel-Blau nun zum Telekom-Magenta vorgearbeitet hat!"

"Jetzt passt es wenigstens zu verstaubten Politik"

Doch nicht nur das Magenta selbst, sondern auch das Logo an sich wird von den Twitterern zerissen. Ob denn da jemand mit Paint gearbeitet habe, fragt so mancher User — und ob man dafür wirklich Geld gezahlt habe. "Die #FDP hat sich wohl beim neuen Logo gedacht Back to the Roots Jetzt passt es wenigstens zu der verstaubten Politik", heißt es da etwa. Oder auch: "Die #FDP wird beim Partei-Design jetzt von der Kita Sonnenkinder in Blumenhausen betreut."

Immer wieder gibt es zudem Anmerkungen, dass ein neues Logo noch lange keine neue Politik bedeute und die Partei sich eher um Inhalte kümmern solle. "Liebe #FDP, auch ein neues Logo auf einer leeren Flasche füllt sie nicht mit Inhalt", schreibt ein Twitterer. "Die #FDP ist wie ein alter Konsum-Markt: jede Menge gut bezahlter Verkäufer, aber kein Produkt mehr", spottet ein anderer.

Spott aber dürften die Liberalen inzwischen gewohnt sein und sich davon nicht beeindrucken lassen. Und eines hat die Partei auf jeden Fall erreicht — wenn auch nicht im gewollten positiven Sinne: Es wird wieder über sie geredet.

(das)