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Finanzierung der Kleinkinderbetreuung: Familienverband kritisiert SPD-Vorstoß

Finanzierung der Kleinkinderbetreuung : Familienverband kritisiert SPD-Vorstoß

Berlin (RPO). Der Präsident des Deutschen Familienverbandes, Albin Nees, hat sich gegen den Vorschlag der SPD, das Kindergeld einzufrieren und so den Ausbau der Kleinkinderbetreuung zu finanzieren, ausgesprochen. Es gehe nicht, dass "20 Jahrgänge Kinder keinerlei Erhöhung bekommen, damit für zwei Jahrgänge Kinder die Angebote in Kinderkrippen verbessert werden", sagte Nees in einem Interview.

Gegenüber dem Deutschlandradio Kultur sagte Nees, es sei nicht fair, das Kindergeld "einzufrieren". Laut Bundesverfassungsgericht müsse der Steuerfreibetrag für Kinder und in diesem Zusammenhang auch das Kindergeld erhöht werden.

Nees begrüßte die Anstrengungen der Bundesregierung, die Effizienz der bisher gezahlten Gelder für Familien zu überprüfen. Allerdings müsse vor allem mehr Geld von Außen kommen. "Es muss eine Haushaltsumschichtung erfolgen, nicht eine Umschichtung der Gelder, die bisher an die Familien fließen."

Er plädierte dafür, dass die Leistungen, die üblicherweise für Kinderbetreuung ausgegeben werden, direkt in die Hand der Familien fließen. Seit es Familienförderung gebe, hätten Familien noch nie Wahlfreiheit gehabt, betonte Nees. "Die 700 Euro, die durchschnittlich für die Krippe aufgewendet werden müssen, sollen nach Auslaufen des Elterngeldes den Eltern in die Hand gegeben werden, dann entscheiden sie sich richtig."

(afp)