Fall Skripal: Wagenknecht, Liebich und Mützenich kritisieren Ausweisung russischer Diplomaten

Giftanschlag auf Ex-Agent Skripal: Auch Kritik an Ausweisung russischer Diplomaten

Wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien weisen die USA und 14 EU-Staaten zahlreiche russische Diplomaten aus. Die Linksfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht zeigt kein Verständnis dafür und spricht von "schlichtem Unverstand".

Das Verbrechen von Salisbury sei bislang nicht aufgeklärt. Beweise für die russische Täterschaft lägen nicht vor, sagte Wagenknecht. Auch Linke-Außenpolitiker Stefan Liebich nannte die Ausweisung "nicht klug". Die Bundesregierung selbst halte eine Verantwortung Russlands nur für "wahrscheinlich". "Nötig ist jetzt ein rechtsstaatliches Verfahren, anstatt ohne Beweise weiter an der Eskalationsspirale zu drehen", sagte Liebich der "Welt".

Als "übereilt" hat der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich die Ausweisung von vier russischen Diplomaten aus Deutschland kritisiert. Dieser Schritt werde "den politischen Kriterien, die an den Giftanschlag Skripal angelegt werden sollten, nicht gerecht", sagte der Außenpolitiker am Montag der "Welt".

Mützenich wies darauf hin, dass sich offensichtlich nicht alle europäischen Regierungen an dem Schritt beteiligten. "Eine einheitliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft ist allerdings fundamental für das weitere Vorgehen." Möglicherweise werde die russische Regierung jetzt mit vergleichbaren Schritten antworten, warnte der SPD-Politiker.

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Nach Angaben des außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Jürgen Hardt, halten die Regierungen der EU-Staaten und die EU-Kommission die Beweislage für eine russische Verantwortung beim Nervengiftanschlag auf Skripal allerdings für "erdrückend".

Auch der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, begrüßte die Ausweisung der russischen Diplomaten als Zeichen der Solidarität mit Großbritannien.

(gaa)
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