Anfang Deutsche Islamkonferenz Faeser will Entsendung von Imamen aus der Türkei beenden

Berlin · Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will den Einfluss ausländischer Imame auf islamische Gemeinden in Deutschland mindern. Es sollten weniger Imame aus dem Ausland kommen. Das sagte sie am Mittwoch zum Auftakt der Deutschen Islamkonferenz in Berlin.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) unterhält sich bei der Deutschen Islamkonferenz mit Teilnehmern.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) unterhält sich bei der Deutschen Islamkonferenz mit Teilnehmern.

Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will den Einfluss ausländischer Imame auf islamische Gemeinden in Deutschland deutlich mindern. „Ich will die staatliche Entsendung von Imamen aus dem Ausland nach Deutschland schrittweise reduzieren, mit dem Ziel, sie zu beenden“, sagte sie am Mittwoch zum Auftakt der Deutschen Islamkonferenz in Berlin. Dies betreffe insbesondere die Türkei. Die Bundesregierung sei mit den zuständigen türkischen Stellen im Austausch.

Faeser betonte, sie halte es für integrationspolitisch wichtig, dass mehr in Deutschland sozialisierte und in deutscher Sprache ausgebildete Imame in islamischen Gemeinden tätig würden. Weniger ausländische Abhängigkeiten oder Einflussnahme erleichterten es deutschen Muslimen, mit ihrem Glauben in Deutschland heimisch zu werden.

Die Ministerin kündigte zugleich an, sich für die islamische Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen starkmachen zu wollen. Bei der Militärseelsorge sei sie zuversichtlich, dass sehr bald ein Betreuungsangebot für Muslime geschaffen werde, sagte sie. Mit den Bundesländern wolle sie daran arbeiten, die islamische Gefängnisseelsorge zu stärken. Ferner wolle sie das Thema Antisemitismus unter Muslimen aufgreifen und kritisch diskutieren.

Die Islamkonferenz wurde 2006 für den regelmäßigen Dialog zwischen Staat und Muslimen ins Leben gerufen. Rund 160 Vertreterinnen und Vertreter des muslimischen Lebens diskutierten im Bundesinnenministerium mit Repräsentanten des Staates, der Kirchen, des jüdischen Lebens und der Wissenschaft.

(kj/epd)
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