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Maßnahme verfehlt offenbar ihren Zweck: Experten warnen erneut vor Betreuungsgeld

Maßnahme verfehlt offenbar ihren Zweck : Experten warnen erneut vor Betreuungsgeld

Bildungsexperten haben erneut vor der Einführung des Betreuungsgeldes gewarnt. Die finanzielle Unterstützung sei im Ansatz verfehlt, sagte das Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Norbert Hocke, am Montag in Berlin.

Die familienpolitische Maßnahme sei auch durch einen Gesetzentwurf zur Ergänzung der Familienhilfe "in keiner Hinsicht" verbessert worden. Sowohl die Verwendung des Betreuungsgeldes für eine zusätzliche private Altersvorsorge als auch die Verwendung für ein Bildungssparen seien nicht geeignet, ihren bildungsfeindlichen Charakter zu entschärfen. Hocke äußerte sich bei einer Anhörung des Familienausschusses zum Gesetzentwurf über eine Ergänzung des Betreuungsgeldes.

Ab dem 1. August sollen die Eltern ein Betreuungsgeld erhalten, die ihre zwei und drei Jahre alten Kinder nicht in eine staatlich geförderte Einrichtung geben. Der Gesetzentwurf zur Ergänzung des Betreuungsgeldes sieht vor, dass Eltern von Kleinkindern das Betreuungsgeld mit einem Bonus von 15 Euro pro Monat auch für eine private Altersvorsorge oder Bildungsinvestitionen nutzen können.

Hocke sowie Reiner Höft-Dzemski vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge und der Sozialwissenschaftler Michael Klundt betonten, das Ergänzungsgesetz unterstreiche, dass das Betreuungsgeld denjenigen zu Gute komme, die damit nicht ihren aktuellen Lebensunterhalt bestreiten müssen. Die in den beiden Jahren erreichte Sparsumme reiche für eine sinnvolle Vorsorge nicht aus. Finanziell schwächer gestellte Familien seien aber überfordert, weiter in eine Versicherung einzuzahlen, so die Experten.

(KNA/felt)