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Nach 26 Jahren Gefängnis: Ex-RAF-Terrorist Klar ist frei

Nach 26 Jahren Gefängnis : Ex-RAF-Terrorist Klar ist frei

Frankfurt/Main (RPO). Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar ist am Freitag nach 26 Jahren Gefängnis aus der Justizvollzugsanstalt Bruchsal entlassen worden. Das erklärte sein Anwalt Heinz-Jürgen Schneider. Zum Aufenthaltsort Klars wollte Schneider keine Angaben machen.

Klars Anwalt sagte, sein Mandant könne jetzt selbst bestimmen, wo er sich aufhalten wolle. Die Vorstellung, dass Klar nun durch die Talkshows tingeln werde, sei allerdings absurd. Auch ein Sprecher des baden-württembergischen Justizministeriums bestätigte die Freilassung. Mit Beschluss vom 24. November hatte das Oberlandesgericht Stuttgart die Vollstreckung des Rests der lebenslangen Freiheitsstrafe mit Wirkung zum 3. Januar zur Bewährung ausgesetzt.

Spekulation über Praktikum in Berlin

In einer Erklärung des Justizministeriums vom Freitag hieß es, die Anrechnung von sogenannten Freistellungstagen habe zu einer Vorverlegung der Entlassung geführt. Klar habe sich solche Tage während seiner Haft erarbeitet. "Ob er der Öffentlichkeit Auskunft über seinen Aufenthaltsort geben will oder nicht, obliegt allein der Entscheidung von Christian Klar", hieß es weiter.

In den vergangenen Monaten war immer wieder darüber spekuliert worden, dass Klar ein Praktikum beim Berliner Ensemble antritt. Der Theaterintendant Claus Peymann hatte sich dazu zuletzt allerdings skeptisch geäußert, weil in den Bewährungsauflagen für Klar unter anderen Berlin als Aufenthaltsort ausgeschlossen werden könne.

Für fortgesetzte Gefährdung keine Anhaltspunkte

Obwohl Klars Haltung eine "schwere Belastung für die Opfer und ihre Angehörigen" sei, hatte das Oberlandesgericht nach eigener Aussage nur darüber zu entscheiden gehabt, ob von dem Ex-Terroristen weitere schwere Straftaten zu erwarten seien. Für eine fortgesetzte Gefährdung durch Klar, habe es in einem entsprechenden Gutachten jedoch "keine Anhaltspunkte" gegeben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Klar: neun Morde, elf Mordversuche

(AP)