Berliner Gerhard Anger Ex-Piratenchef rät von Wahl seiner Partei ab

Berlin · Der ehemalige Landeschef der Berliner Piraten, Gerhard Anger, hat von einer erneuten Wahl seiner Partei abgeraten. Er selbst stehe kurz vor dem Austritt, sagte Anger in einem im Internet veröffentlichten Podcast, über den am Donnerstag zuerst der "Tagesspiegel" berichtete.

 Gerhard Anger, Ex-Chef der Berliner Piraten, ist alles andere als erfreut über die eigene Partei.

Gerhard Anger, Ex-Chef der Berliner Piraten, ist alles andere als erfreut über die eigene Partei.

Foto: dpa, Fredrik Von Erichsen

Auf die Frage "Sollen wir die Piraten wählen?" würde er inzwischen mit "Nö, lassen Sie es lieber bleiben" antworten. Er sei von der Bilanz der Fraktion "immens enttäuscht".

Später relativierte der Politiker auf Twitter, der Podcast sei bereits vor rund zwei Wochen aufgezeichnet worden. "Es hat sich seither einiges getan." Die Lage sei nicht hoffnungslos. Anger war als Landeschef eine der wichtigsten Figuren im Wahlkampf. Im Februar hatte er wegen emotionaler Belastung auf einem Parteitag überraschend seine Kandidatur zur sicher geglaubten Wiederwahl zurückgezogen.

In der dreistündigen Audio-Aufzeichnung berichtet Anger, er habe sein Austrittsschreiben bereits verfasst, das Datum aber freigelassen. Er fühle sich als Lügner, weil er einst für die Piraten geworben und Ideale von Transparenz und Basisdemokratie angepriesen habe, die nun nicht umgesetzt würden. Dafür gebe es verschiedene Gründe von Perfektionismus bis zur Überarbeitung.

(dpa)
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