Ethik-Debatte: 77 Prozent der Deutschen befürworten Sterbehilfe

Ethik-Debatte : Mehr als 70 Prozent der Deutschen befürworten Sterbehilfe

Der Vorstoß mehrerer Bundestagsabgeordneter für eine Freigabe der Suizid-Beihilfe durch Ärzte findet in der Bevölkerung breite Zustimmung. Einer Umfrage zufolge würden mehr als 70 Prozent der Befragten Ärzten das Praktizieren der Sterbehilfe erlauben. Unions-Wähler sind etwas skeptischer.

Einer von der "Bild am Sonntag" veröffentlichten repräsentativen Umfrage zufolge sind 77 Prozent der Deutschen dafür, dass es Ärzten generell erlaubt werden sollte, für schwerstkranke Patienten Sterbehilfe zu leisten. Nur 17 Prozent der Befragten sprachen sich dagegen aus. Besonders groß ist die Zustimmung für die Freigabe der Suizid-Beihilfe für Ärzte in Ostdeutschland, wo 86 Prozent dafür sind.

Wird die Umfrage nach politischen Präferenzen ausgewertet, dann sind den Angaben zufolge Unionswähler skeptischer als andere. Unter ihnen sind 67 Prozent für die Suizid-Beihilfe durch Ärzte, 26 Prozent sind dagegen.

Für 70 Prozent der Deutschen käme der Umfrage zufolge ein Suizid unter ärztlicher Begleitung in Frage, wenn sie unheilbar krank sind. 21 Prozent lehnten dies für sich ab. Eine Gruppe von Abgeordneten der großen Koalition hatte am Donnerstag ein Positionspapier vorgelegt, mit dem Ärzten künftig unter genau definierten Voraussetzungen ermöglicht werden soll, sterbenskranken Menschen beim Suizid zu helfen.

Ein Verbot von Sterbehilfeorganisationen lehnen 77 Prozent der Bundesbürger ab. Nur 19 Prozent sprachen sich dafür aus. Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid 501 Menschen.

(AFP)
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