Erster Pflegetag in Berlin: Pflege-Modelle auf dem Prüfstand

Erster Pflegetag in Berlin : Neue Modelle für die Pflege der Zukunft

Am Donnerstag findet der erste deutsche Pflegetag in Berlin statt. Auf dem dreitägigen Kongress sollen Konzepte für eine professionelle und finanzierbare Pflege diskutiert werden.

Es geht um die Betreuung der immer zahlreicheren Demenzkranken, um neue Versorgungskonzepte für die Pflege zu Hause und Vorstöße gegen den Fachkräftemangel. Veranstaltet wird der Kongress vom Deutschen Pflegerat, dem AOK-Bundesverband, dem Krankenkassen-Spitzenverband, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Verlag Springer Medizin.

Pfleger aus China sollen Lücken füllen

Vorgestellt wird beispielsweise ein Pilotprojekt mit Pflegern aus China. Sie sollen den Fachkräftemangel in deutschen Heimen lindern helfen. Ziel ist es den Angaben zufolge, bis Ende des Jahres bundesweit 150 chinesische Fachkräfte in Pflegeheimen zu beschäftigen. Die ersten von ihnen haben ihre Arbeit in einer Frankfurter Einrichtung bereits begonnen. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2012 könnten in Deutschland im Jahr 2030 rund eine halbe Million Vollzeit-Pflegekräfte fehlen.

Der Pflegeberuf muss aus Sicht des Deutschen Pflegerates durch eine schnelle Reform attraktiver gemacht werden. "Wir brauchen dringend als allererstes jetzt einen nationalen Aktionsplan für die Pflegenden selber", sagte der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Der Beruf sei "erheblich reformbedürftig".

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer kritisierte darüber hinaus "eine enorme Verdichtung der Arbeit in der Altenpflege". "Die Minuten-Pflege ist heute leider die Realität", sagte der SPD-Politiker der "Rhein-Zeitung". Die geplante Beitragssatzsteigerung in der Pflegeversicherung müsse den pflegebedürftigen Menschen zugutekommen und dürfe sich nicht im System verlieren. "Diese Diskussion muss man aushalten können", sagte Schweitzer.

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(dpa)