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Edathy-Affäre: Ermittler: Keiner bestellt nur legale Nacktbilder

Edathy-Affäre : Ermittler: Keiner bestellt nur legale Nacktbilder

Einer der zuständigen Ermittler hat vor dem Edathy-Untersuchungsausschuss des Bundestages praktisch ausgeschlossen, dass Sebastian Edathy nur legale Nacktbilder von Kindern gekauft haben könnte. Ein Kunde, der nur legales Material beziehe, exestiere nicht.

Vor dem Edathy-Untersuchungsausschuss des Bundestags hat ein Ermittler praktisch ausgeschlossen, dass der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy nur legale Nacktbilder von Kindern gekauft haben könnte. Wer solche legalen Nacktbilder bestellt, kauft nach Darstellung von Oberstaatsanwalt Rainer Franosch von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Gießen fast immer auch illegale, kinderpornografische Aufnahmen.

Franosch sagte am Mittwoch, "dass wir aus der Praxis wissen, dass der Kunde, der nur legales Material bezieht, nicht existiert".

Edathy, dessen Name auf der Kundenliste eines kanadischen Kinderporno-Rings auftaucht, war im vergangenen August mit einer Verfassungsbeschwerde gescheitert. Der Anwalt des Ex-Politikers hatte erklärt, für die Durchsuchung von Edathys Wohnungen und Büros habe es keinen begründeten Anfangsverdacht gegeben.

Edathy habe lediglich viele Jahre zuvor legale Bilder bestellt, woraus nicht auf das aktuelle Vorliegen einer Straftat zu schließen gewesen sei. Edathy soll am 18. Dezember vor dem Untersuchungsausschuss aussagen. Er war im Februar abgetaucht, nachdem die Vorwürfe gegen ihn bekanntgeworden waren. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte im vergangenen Juli gegen ihn Anklage wegen des Besitzes von Kinderpornografie erhoben.

(dpa)