Immer mehr Atemwegserkrankungen Lohnfortzahlung kostet Arbeitgeber viele zusätzliche Milliarden

Exklusiv | Berlin · Schnupfen, Husten, Grippe, Bronchitis – die Zahl der Atemwegserkrankungen hat nach dem Ende der Corona-Schutzmaßnahmen drastisch zugenommen. Eine neue Studie zeigt: Das kostet Arbeitgeber wesentlich mehr.

 Eine Mitarbeiterin muss mit Grippe zuhause bleiben: Arbeitgeber mussten für die Lohnfortzahlung 2022 deutlich mehr aufwenden als zuvor.

Eine Mitarbeiterin muss mit Grippe zuhause bleiben: Arbeitgeber mussten für die Lohnfortzahlung 2022 deutlich mehr aufwenden als zuvor.

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Die Unternehmen in Deutschland haben wegen des deutlich erhöhten Krankenstands für Lohnfortzahlungen an ihre erkrankten Mitarbeiter im vergangenen Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag zusätzlich ausgeben müssen. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach kostete die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im Jahr 2021 rund 77 Milliarden Euro. „Aufgrund des erhöhten Krankenstands ist für 2022 mit einer deutlichen Steigerung zu rechnen“, heißt es in der Studie. Vorsichtig geschätzt sei davon auszugehen, „dass die Arbeitgeber in Deutschland zuletzt einen zweistelligen Milliardenbetrag zusätzlich für die Fortzahlung des Entgelts ihrer erkrankten Mitarbeiter aufwenden mussten“. Insgesamt kostete die Lohnfortzahlung im Jahr 2022 demnach mindestens 87 Milliarden Euro, wenn nicht sogar mehr als 90 Milliarden.