Entwicklungszusammenarbeit: Angela Merkel setzt mit Reise in Sahelzone ein Zeichen

Merkel reist nach Afrika : Merkel setzt mit Reise in Sahelzone Zeichen für Afrika

Mit einer dreitägigen Reise in die von Krisen, Gewalt und Armut geprägte Sahelzone setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Zeichen für Entwicklungszusammenarbeit mit afrikanischen Staaten.

Am Mittwoch wird sie in Burkina Faso erwartet, am Donnerstag stoppt sie kurz für einen Truppenbesuch bei deutschen Soldaten in Mali. Die deutsche Beteiligung an der UN-Friedensmission Minusma in Mali gilt als derzeit gefährlichster Einsatz der Bundeswehr. Danach fliegt Merkel nach Niger weiter.

Die Kanzlerin will sich sowohl mit Staatspräsidenten als auch Vertretern der Zivilgesellschaft treffen. In Nigers Hauptstadt Niamey wird sie die Baustelle eines Frauenhauses besichtigen.

In Merkels politischen Gesprächen wird es darum gehen, wie die fragilen Staaten gestärkt werden können, um Terror und Konflikte einzudämmen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Bildung von Mädchen zu fördern, die häufig schon als Jugendliche schwanger werden und dann nicht mehr zur Schule gehen. Dabei dürfte es sich in erster Linie um Beratung und kleinere Projekte drehen. Mit großer finanzieller Unterstützung über den deutschen Entwicklungshilfeetat hinaus ist nicht zu rechnen.

Auch die Migrationspolitik spielt eine Rolle. Vor allem Niger war für Flüchtlinge lange ein Transitland auf der Route nach Libyen, um von dort nach Europa zu kommen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums leben derzeit 3.060 Flüchtlinge aus Mali, 2.071 aus Burkina-Faso und 1.188 aus Niger in Deutschland. Insgesamt sind 2.000 Menschen von ihnen ausreisepflichtig. Die Zahlen sind seit einem Jahr so gut wie unverändert.

(kd)
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