Entwicklungsminister Gerd Müller will Plastiktüten sofort verbieten

Maßnahmen gegen Plastikmüll : Entwicklungsminister Müller fordert Sofort-Verbot von Plastiktüten

Entwicklungsminister Gerd Müller fordert ein sofortiges Verbot von Plastiktüten. Müll werde zu einer Überlebensfrage wie der Klimawandel, sagte er. Seit Plastiktüten Geld kosten, geht ihr Verbrauch zurück.

Im Kampf gegen Plastikmüll hat Entwicklungsminister Gerd Müller ein sofortiges Verbot von Plastiktüten gefordert. „Das Verbot von Plastik-Strohhalmen genügt nicht, Deutschland sollte nicht auf Europa warten und Einweg-Plastiktüten sofort verbieten“, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ am Freitag. „Wenn wir so weiter machen, versinken wir im Müll“, betonte Müller. Müll werde zur globalen Überlebensfrage wie der Klimawandel.

Der Minister verwies auf afrikanische Länder, die bereits Plastiktüten verboten hätten. „Was Ruanda, Kenia und Uganda können, müssen wir auch schaffen“, sagte er. „Es kann nicht unser Ziel sein, den Müll nun einfach in andere Länder wie Malaysia zu schicken.“ Müller hatte sich in der Vergangenheit zudem offen für eine Plastiksteuer gezeigt.

Die Zahl der verbrauchten Plastiktüten geht stark zurück, seit der Handel dafür – freiwillig – Geld nimmt. Weiterhin kostenlos sind die dünnen Beutel für Obst oder Gemüse.

Die Bundesregierung will erreichen, dass nur noch sortierter und gut recycelbarer Kunststoffabfall ins Ausland verkauft werden darf. Hintergrund sind Berichte über Plastikvermüllung in Ländern wie Malaysia oder Indonesien, in die auch deutsche Unternehmen Abfall exportieren. Die EU will zudem Einweg-Produkte wie Plastik-Strohhalme verbieten.

(lhen/dpa)
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