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Entwicklungsminister Gerd Müller fordert Stopp der Abfallexporte

Tag der Umwelt : Müller: Abfallexporte stoppen!

Entwicklungsminister Gerd Müller sorgt sich zum Welttag der Umwelt an diesem Samstag um die Bedrohung durch Plastikabfälle und will deshalb die Müllexporte aus Europa in die Länder Afrikas und Asiens beenden.

Berlin Zum Weltumwelttag an diesem Samstag hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) einen Stopp der Müllexporte verlangt. „Als Entwicklungsminister fordere ich: Keine Abfallexporte aus der EU mehr nach Afrika und Asien! Wir dürfen unsere Müllprobleme nicht auf die Ärmsten der Welt abwälzen“, sagte Müller unserer Redaktion. Stattdessen müssten die Recyclingquoten weltweit deutlich angehoben werden. „Die Industrieländer verantworten mehr als ein Drittel des weltweiten Mülls, recyceln aber gerade mal 30 Prozent“, kritisierte der CSU-Politiker. Zugleich müsse es einen Wechsel vom klassischen Plastik zu wiederverwendbaren Verpackungsstoffen und ein Verbot von überflüssigem Mikroplastik in Duschgels oder Kosmetika geben.

Jede Stunde würden in Deutschland 140.000 To-go-Becher verbraucht. Als „Spitze des Wahnsinns“ bezeichnete Müller Kaffeekapseln, von denen allein in Deutschland mehrere Milliarden im Jahr verbraucht würden und die allein einen Müllberg von Tausenden von Tonnen verursachten. Die Aluminium- und Plastikproduktion für diese Kapseln verursache so viel CO2 wie Zehntausende Pkw im Jahr. „Wenn wir weiter so leben wie bisher, dann schwimmt in 30 Jahren mehr Plastik in den Weltmeeren als Fische“, warnte Müller.

„Es ist zynisch, wenn wir unseren Wohlstandsmüll nach Afrika oder Asien verschiffen. Am Ende landet vieles über wilde Deponien in Flüssen und sammelt sich im Meer zu riesigen Müll-Inseln. Der größte Abfallstrudel ist viermal so groß wie Deutschland. Oder es landet kleingerieben als Mikroplastik im Magen der Fische und über die Nahrungskette auch in unserem Magen“, erläuterte der CSU-Politiker.

Der „Tag der Umwelt“ wird seit den 1970er Jahren begangen und erinnert an die Eröffnung der Konferenz der vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt am 5. Juni 1972 in Stockholm. Er soll laut Bundesregierung das Bewusstsein dafür stärken, dass es vor allem der Mensch selbst sei, der die Vielfalt und Stabilität der Umwelt bedrohe.