Entwicklungsminister Gerd Müller fordert Steuerfreiheit für „fairen Kaffee“

„Pfund könnte 1,10 Euro billiger werden“ : Entwicklungsminister fordert Steuerfreiheit für „fairen Kaffee“

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller fordert die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelte Sorten. "Wir müssen ein Signal setzen. Bei den Kaffeebauern kommt zu wenig Geld an.“

Das sagte der CSU-Politiker am Rande seiner Äthiopien-Reise dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wenn wir die Steuer abschaffen, könnte ein 500-Gramm-Päckchen fair gehandelter Kaffee, das heute noch rund sieben Euro kostet, für 1,10 Euro weniger angeboten werden."

Fair gehandelter Kaffee werde zwar auch dann preislich nicht mit den Dumping-Angeboten der Discounter mithalten können, so Müller weiter. Aber der Wettbewerbsnachteil gegenüber konventionellen Premium-Angeboten könnte verringert werden.

Zuletzt hatte Deutschland rund eine Milliarde Euro über die Kaffeesteuer eingenommen. Eine Steuerfreiheit für fair gehandelte Sorten würde nach Berechnung des Entwicklungsministeriums Mindereinnahmen von 110 Millionen Euro jährlich nach sich ziehen.

"Deutschland ist eines der wenigen Länder, die überhaupt Kaffeesteuer erheben. Ich bin dafür, dieses Instrument zu nutzen, um für mehr Nachhaltigkeit in der Kaffeeproduktion zu sorgen", ergänzte Müller: "Wir brauchen bei zertifiziertem Kaffee zusätzlich einen Mindestabnahmepreis von zwei Dollar pro Pfund."

(felt/kna)