1. Politik
  2. Deutschland

CDU-Parteitag in Karlsruhe: Emotionale Debatte über Embryonenschutz

CDU-Parteitag in Karlsruhe : Emotionale Debatte über Embryonenschutz

Karlsruhe (RPO). Die CDU hat auf ihrem Bundestag in Karlsruhe mit einer emotionalen Debatte über die Präimplantationsdiagnostik begonnen. Zum Auftakt sprach sich CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe für ein Verbot aus, wie es auch bereits im Grundsatzprogramm der Partei verankert ist.

Demgegenüber erklärte die CDU-Abgeordnete Katherina Reiche, es gebe "kein Recht auf ein gesundes Kind, aber es gibt den verständlichen Wunsch danach". Reiche wies darauf hin, dass Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche möglich seien. "Für mich ist PID ein Weg, ja zum Leben zu sagen. Und ich würde mich freuen, wenn wir die PID auch in Deutschland in engen Grenzen zulassen können."

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Günter Krings forderte ein Verbot der PID. Auch das Leben aus der Petrischale sei menschliches Leben, sagte der CDU-Politiker. Der Embryo genieße im Labor aber keinen natürlichen Schutz, deshalb müsse der gesetzliche Schutz verstärkt werden.

Anträge pro und contra PID

Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Hintze, der zusammen mit Familienministerin Kristina Schröder und anderen Politikern einen eigenen Initiativantrag pro PID eingebracht hatte, nannte die gentechnische Untersuchung eine "medizinische Hilfe für Eltern" und eine "menschenfreundliche Alternative" zur Pränataldiagnostik. Es sei ein "Gebot der humanitären Vernunft", die PID in Fällen schwerer erblicher Vorbelastung in den vom Bundesgerichtshof gezogenen Grenzen zu erlauben.

Einen Antrag für ein PID-Verbot brachte die rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner zusammen mit 29 anderen Delegierten ein. PID sei eine "genetische Selektionsmethode", die die Menschenwürde und das Recht auf Leben verletze. Sie forderte die Mitglieder des Bundestages auf, zügig ein Verbot der PID herbeizuführen.

Die Unions-Fraktion im Bundestag hat bereits entschieden, dass ihre Abgeordneten bei einer Entscheidung im Parlament keinem Fraktionszwang unterliegen, sondern frei nach Gewissen entscheiden sollen.

Zur Abstimmung standen den Delegierten drei Varianten. Variante eins sah weiteren Beratungsbedarf und damit praktisch eine Vertagung des Themas vor. Variante zwei forderte ein Verbot der PID, Variante drei deren Zulassung in engen Grenzen für Paare mit genetischer Vorbelastung. Eine Entscheidung wurde gegen Mittag erwartet. Der Ausgang der Abstimmung war völlig offen.

(AP/das)