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Kommentar: Eine Studie mit mehreren Botschaften

Kommentar : Eine Studie mit mehreren Botschaften

Um die Emotionen über die neue Muslim-Studie richtig einschätzen zu können, sollten wir vielleicht einen Moment inne halten und uns überlegen, welche Aussagekraft eine Studie hätte, die, sagen wir, die Neigungen "der" Katholiken zwischen 14 und 32 Jahren aufklären wollte.

Sicherlich würde auch diese Arbeit ergeben, dass es "die" Katholiken gar nicht gibt, sondern dass sie in sehr verschiedenen, kaum generalisierbaren Umständen leben. Aber die Ergebnisse hätten trotzdem einen realen Hintergrund. Und so ist es auch bei der Muslim-Studie.

Ob es nun in den politisch-ideologischen Kram passt oder nicht: Es gibt diejenigen, die zur Integration auf Distanz stehen. Und es spricht auch vieles dafür, dass es unter den jungen Immigranten der dritten Generation sogar jeder Fünfte ist.

Das kann kein Anlass sein, die Integrationsbereitschaft der jungen Muslime insgesamt als "die wollen nicht, ich hab's ja immer gesagt" zu diskreditieren. Denn von einer Hand, deren Zeigefinger auf diesen Befund weist, richten sich gleichzeitig die vier anderen Finger auf gelingende Integration.

Es kann aber auch kein Anlass sein, vor den Zahlen die Augen zu verschließen. Denn es ist doch klar: Junge Immigranten erleben Vorurteile und haben schlechtere Chancen. Mancher mag Ursache und Folgen verwechseln und Integration ablehnen.

Doch die Fakten bleiben.

Hier geht es zur Infostrecke: Jeder Fünfte in Deutschland hat Migrationshintergund

(RP/pst)