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Umfrage im Verkehrsministerium: Eigene Mitarbeiter zweifeln an Tiefensees Kompetenz

Umfrage im Verkehrsministerium : Eigene Mitarbeiter zweifeln an Tiefensees Kompetenz

Seine eigenen Mitarbeiter im Bundesverkehrsministerium sehen Minister Wolfgang Tiefensee (SPD) offenbar skeptisch. In einer internen Umfrage des Personalrats attestieren Tiefensee einem Medienbericht zufolge nur knapp elf Prozent der Mitarbeiter, dass er seine Führungsverantwortung "gut" oder "sehr gut" erfülle.

"Eher schlecht" oder "schlecht" fänden 57 Prozent die Führungsqualitäten der Hausleitung mit Tiefensee an der Spitze, berichtet die "Bild am Sonntag". 67 Prozent der Mitarbeiter hätten erklärt, der Minister schade dem Betriebsklima, schrieb das Blatt. Nur neun Prozent gäben an, er fördere ein gutes Arbeitsklima.

Auf interne Kritik stoße auch die Personalpolitik Tiefensees, schrieb die Zeitung. Er besetze hoch dotierte Stellen zuweilen mit Leuten, die er aus seiner Zeit als Leipziger Oberbürgermeister kenne.

Zuletzt habe er die Leipziger Architektin Martina Doehler-Behzadi zur Leiterin des Referats "Baukultur" berufen. Sie erhalte sofort Dienstbezüge nach der Besoldungsstufe B 3, obwohl Referatsleiter üblicherweise mit A 15 begännen. Tiefensees Sprecher sagte der Zeitung, es habe sich um ein ganz normales Auswahlverfahren gehandelt.

CSU-Verkehrsexpertin Renate Blank sagte dem Blatt: "Tiefensee ist auf ganzer Front gescheitert. Die Bundeskanzlerin sollte sich dringend überlegen, ob sie für die komplizierte Verkehrs- und Baupolitik einen fähigeren Minister beruft."

FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich sagte der Zeitung: "So inkompetent, so unzuverlässig und so ohne Rückgrat war noch kein Verkehrsminister vor Tiefensee."

(afp)