Edmund Stoiber: Horst Seehofer soll Innenminister bleiben

CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber : „Horst Seehofer soll Innenminister bleiben“

Der Ehrenvorsitzende der CSU, Edmund Stoiber, hat Rücktrittsforderungen an CSU-Innenminister Horst Seehofer zurückgewiesen.

"Er kann ein guter Innenminister sein, auch ohne den Parteivorsitz inne zu haben", sagte Stoiber unserer Redaktion. "Der Innenminister hat in jedem Kabinett einen besonderen Einfluss, weil die innere Sicherheit ein überragendes Gut ist." Der teilweise Rückzug Seehofers sei allerdings nicht optimal gelaufen. "Der Abgang aus der Politik ist nie einfach, aber letztlich war der Wunsch nach einem Generationswechsel in der Partei zu groß." Es sei nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt zu finden. "Viele Politiker fühlen sich noch unvollendet. Aber alles hat seine Zeit, auch in der Politik. Die Kunst ist, dies zu erkennen." Markus Söder müsse nun den Parteivorsitz übernehmen, sagte Stoiber. "Ich war immer der Meinung, dass der Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten in eine Hand gehören, wie bei Strauß, Seehofer und mir. Das ist auch eine Frage der Autorität bei bundespolitischen oder internationalen Verhandlungen und Gesprächen. Deshalb wäre es folgerichtig, wenn Markus Söder das Amt anstreben würde." Angesprochen auf die mangelnde Popularität Söders sagte Seehofer. "Warten Sie es ab. Ich traue ihm zu, ein sehr erfolgreicher und prägender Ministerpräsident zu werden."

An diesem Freitag will sich der 69-jährige Seehofer nach Angaben von Generalsekretär Markus Blume zum Fahrplan für seinen Rückzug äußern. Wann und in welcher Form sich Seehofer erklärt, blieb zunächst offen. Es wird aber davon ausgegangen, dass es nur eine schriftliche Erklärung geben wird und dass diese sich nur auf Seehofers Amt als Parteichef bezieht - nicht auf dessen Posten als Bundesinnenminister.

Seit 2008 ist Seehofer CSU-Chef, von 2008 bis März 2018 war er auch bayerischer Ministerpräsident. Spätestens seit der für die CSU desaströs verlaufenen Bundestagswahl 2017 steht Seehofer in der Partei massiv unter Druck. Auch für das schlechte Abschneiden der CSU bei der bayerischen Landtagswahl vor wenigen Wochen wird Seehofer verantwortlich gemacht. Der 69-Jährige hatte in den vergangenen Wochen aber wiederholt erklärt, er sehe keine Alleinschuld bei sich.

(felt)
Mehr von RP ONLINE