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Äthiopischer Junge misshandelt: Drei Angeklagte in Neonazi-Prozess gestehen

Äthiopischer Junge misshandelt : Drei Angeklagte in Neonazi-Prozess gestehen

Schönebeck (rpo). Drei der vier Angeklagten im Prozess um einen gewalttätigen Angriff auf einen äthiopisch-stämmigen Jungen in Pömmelte haben die Tat weitgehend gestanden. Bei dem Übergriff auf den damals 12-Jährigen war dieser krankenhausreif geschlagen worden.

Die Vernehmung eines 16-jährigen Tatverdächtigen sei wegen Schwierigkeiten abgebrochen worden, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Magdeburg am Donnerstag. Bei Details zum Tathergang habe es noch "einige Widersprüche" gegeben. Die Vernehmung des 16-Jährigen werde am kommenden Montag vor dem Amtsgericht Schönebeck fortgesetzt.

Ob das 13-jährige Opfer noch aussagen wird, soll laut Gerichtssprecherin voraussichtlich nach Beendigung der Aussagen der Angeklagten entschieden werden. Am Montag seien zunächst weitere Zeugen geladen. Zudem werde ein rechtsmedizinisches Gutachten zur Schuldfähigkeit der Angeklagten vorgestellt. Es solle klären, ob die mutmaßlichen Täter zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen seien.

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Tatverdächtigen gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung vor. Der Prozess wird seit Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Das Urteil wird am 22. Mai erwartet. Drei der mutmaßlichen Täter sind 16 Jahre, einer 20 Jahre alt.

Am 9. Januar war der damals 12-jährige deutsche Junge äthiopischer Abstammung von einer Gruppe Tätern in Pömmelte aus rechtsextremistischen Motiven überfallen, gedemütigt und krankenhausreif geschlagen worden.

(afp2)