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Donald Trump droht mit zehn Jahren Haft für Denkmal-Beschädigungen

„Wunderbare Statue von Andrew Jackson“ : Trump droht mit zehn Jahren Haft für Denkmal-Beschädigungen

Nachdem Protestierer versucht hatten die Statue eines ehemaligen US-Präsidenten vor Weißem Haus umzustürzen, hat US-Präsident Donald Trump für Angriffe auf Denkmäler lange Gefängnisstrafen angedroht.

Jeder, der eine Statue oder ein Monument "beschädigt oder zerstört", solle festgenommen werden, schrieb Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Haftstrafe könne bis zu zehn Jahren betragen. Zugleich warnte der Präsident, er werde die Errichtung einer "autonomen Zone" in der Hauptstadt Washington nicht dulden.

Demonstranten hatten am Montagabend bei Anti-Rassismus-Protesten versucht, ein Denkmal des früheren Präsidenten Andrew Jackson vor dem Weißen Haus umzustürzen. Sie warfen Seile um die Reiterstatue, auf deren Sockel sie in schwarzen Buchstaben das Wort "killer" (Mörder) geschrieben hatten. Die Polizei löste die Ansammlung von mehreren hundert Demonstranten aber unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray auf.

Jackson, der von 1829 bis 1837 regierte, ist ein besonders umstrittener Präsident. Er war nicht nur Sklavenhalter, sondern ließ auch in großem Umfang Indianer umsiedeln, um Raum für weiße Siedler zu schaffen. Eine andere Jackson-Statue war am Montag in Jacksonville im Bundesstaat Florida mit roter Farbe beschmiert worden. Die Stadt ist nach dem ehemaligen Präsidenten benannt.

Trump bezeichnete den Angriff auf die "wunderbare Statue von Andrew Jackson" vor dem Weißen Haus am Montagabend als "schändlichen Vandalismus". Am Dienstag sprach der Präsident von "Vandalen", "Rowdys", "Anarchisten" und "Agitatoren". "Das sind schlechte Menschen. Sie lieben unser Land nicht." Er kündigte ein Dekret zum Schutz von Monumenten an.

Auf Twitter warnte Trump zudem, solange er Präsident sei, werde es in der Hauptstadt keine "autonome Zone" geben. Die Sicherheitskräfte würden dies mit harter Hand unterbinden. Demonstranten hatten auf eine Kirche nahe des Weißen Hauses "BHAZ" für "Black House Autonomous Zone" (etwa: "Autonome Zone des Schwarzen Hauses") geschrieben.

Die Errichtung einer "autonomen Zone" in der Großstadt Seattle im Westküstenstaat Washington erregt seit zwei Wochen den Zorn von Konservativen. Trump hat wiederholt ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte gefordert.

Demonstranten hatten die polizeifreie Zone im Zuge der Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz errichtet. Floyds Tod hat landesweite Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. Dabei wurden wiederholt Denkmäler historischer Figuren angegriffen, die mit dem Erbe von Sklaverei und rassistischer Diskriminierung in Verbindung stehen.

(anst/AFP)