Dirk Diedrich will SPD-Chef werden - weiterer Konkurrent für Nahles

Kampf um SPD-Vorsitz: Dirk Diedrich will gegen Andrea Nahles antreten

SPD-Präsidium nominiert Andrea Nahles als neue Parteivorsitzende

Andrea Nahles bekommt weitere Konkurrenz bei der Wahl zur Parteivorsitzenden: Ein zweiter SPD-Politiker aus Schleswig-Holstein hat sich gegen die Wunschkandidatin des Parteivorstandes in Stellung gebracht: Dirk Diedrich aus Dithmarschen.

"Ich biete mich als Alternative an", schrieb das Landesvorstandsmitglied Dirk Diedrich in einem am Mittwoch auf seiner Internetseite veröffentlichtem Text. Er wolle eine "basisdemokratische Entscheidung".

Diedrich übte Kritik an der Entscheidung der Parteispitze, die Chefin der SPD-Bundestagsfraktion ohne Einbindung der Basis als Nachfolgerin für den scheidenden Parteichef Martin Schulz zu nominieren und einem Sonderparteitag im April als Kandidatin vorzuschlagen. Dies habe nichts mit der angekündigten Erneuerung der SPD zu tun. "Die Kür einer Einzelbewerberin erinnert an das, wie es immer war."

Als Begründung für seine Bewerbung führte er an, die SPD-Führung auf diese Weise zu einer Auseinandersetzung mit den Wünschen der Basis zu bewegen. Er erinnerte daran, dass auch die Ortsvereine ein Vorschlagsrecht für mögliche Kandidaten hätten. Wenn diese "mich oder einen der tausend anderen fähigen Menschen" vorschlügen, müsse die Spitze beim Parteitag "in den Diskurs mit den Delegierten kommen".

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Diedrich lebt in Heide, arbeitet als Berufsschullehrer und ist stellvertretender Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Dithmarschen. Er hatte bereits vor der Entscheidung der Parteiführung für eine Nominierung von Nahles ohne Urwahl durch die Basis angekündigt, in diesem Fall anzutreten.

Die Spitzengremien der SPD hatten sich am Dienstag in Berlin dazu entschlossen, die Rheinland-Pfälzerin als ihre Kandidatin ins Rennen zu schicken. Bis zum Sonderparteitag soll Parteivizechef Olaf Scholz die SPD kommissarisch führen.

Zuvor hatte am Dienstag Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange ihre Kandidatur für den Parteivorsitz bekanntgegeben. Die 41-Jährige frühere Landtagsabgeordnete erklärte, eine von der Parteispitze ohne Diskussionen mit der Basis festgelegte Einzelkandidatur von Nahles könne kein Zeichen für einen "Aufschwung oder einen Neuanfang" sein.

(csr)
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