Digitalministerin Dorothee Bär verteidigt Rohrpost im Kanzleramt

Technik aus dem 19. Jahrhundert : Digitalministerin Bär setzt weiter auf Rohrpost im Kanzleramt

Sie mag alt sein und antiquiert wirken. Trotzdem ist sie für die Arbeit im Kanzleramt unverzichtbar: die Rohrpost. Das sagt ausgerechnet Digitalstaatsministerin Dorothee Bär.

Trotz E-Mails und Computertechnik setzt auch das Kanzleramt weiter auf ein Rohrpostsystem. „Eine kostengünstigere Form der Übermittlung ist bis zur Einführung der elektronischen Akte im Bundeskanzleramt nicht vorhanden“, zitiert die „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag) aus einer Antwort von Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) auf eine Anfrage der FDP. So seien dieses Jahr „bisher circa 2400 Vorgänge monatlich per Rohrpost übermittelt“ worden.

Als Alternative käme nur eine Übermittlung durch drei zusätzliche Boten in Betracht, rechnete Bär dem Bericht zufolge vor. Die Personalkosten dafür würden dann aber 137 000 Euro betragen. Die Wartungs- und Instandsetzungskosten der Rohrpostanlage seien demgegenüber deutlich geringer.

Die FDP wertete dies als Beleg, dass die Bundesregierung in Sachen Digitalisierung kein Konzept habe. „Dass mit Dorothee Bär gerade die Staatsministerin für Digitalisierung sagt, dass die antiquierte Rohrpost quasi alternativlos sei, lässt tief blicken“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann der Zeitung.

(hebu/dpa)
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