Diesel-Nachrüst-Kompromiss: Regierung einigt sich mit Autoindustrie

Nachrüst-Gipfel mit Minister Scheuer: Autobauer wollen bis zu 3000 Euro für ältere Diesel zahlen

Mehr als fünf Stunden verhandeln Verkehrsminister Scheuer und die deutschen Autobauer. Jetzt gibt es eine Einigung. Für betroffene Autofahrer soll es bis zu 3000 Euro geben.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die deutschen Autohersteller haben in Verhandlungen zu Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel einen Kompromiss gefunden. Die deutsche Autoindustrie habe sich „sehr stark bewegt“, sagte Scheuer am Donnerstag nach einem Spitzentreffen mit Spitzenmanagern der Branche in Berlin.

Konkret haben die Hersteller laut Scheuer zugesagt, Besitzer älterer Dieselautos mit zusätzlich bis zu 3000 Euro pro Fahrzeug zu unterstützen. Dies gelte für die 15 Städte in Deutschland, in denen Schadstoff-Grenzwerte besonders stark überschritten werden.

Die Maßnahme solle für Kunden gelten, die nicht die „Umtauschprämien“ von Herstellern nutzen und auf sauberere Autos umsteigen. Die Hersteller wollten jedem Kunden ein Angebot machen, um mobil zu bleiben. Die Hersteller hatten bereits höhere Preisnachlässe auf den Weg gebracht, wenn Kunden ihren alten Diesel in Zahlung geben und ein sauberes Fahrzeug kaufen.

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Für VW und Daimler zählen laut Scheuer dazu dann auch mögliche Hardware-Nachrüstungen, also Umbauten direkt am Motor. Sie würden solche Nachrüstungen dann mit bis zu 3000 Euro pro Auto unterstützen. Bisher hatten sie 2400 Euro pro Wagen angeboten.

BMW teilte mit, Hardware-Nachrüstungen seien "keine zielführende Option". Kunden, die auch nach 2020 mit ihrem Euro-5-Diesel von Fahrverboten betroffen seien, werde die BMW Group allerdings "mit Maßnahmen zur Sicherung ihrer Mobilität im Umfang von bis zu 3000 Euro unterstützen."

Scheuer sagte nach dem Treffen, dass bislang noch keine konkreten technischen Lösungen zur Hardware-Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen verfügbar seien. "Zur Zeit kann keiner sagen, wie teuer Hardware-Nachrüstung überhaupt wird", sagte Scheuer am Donnerstag in Berlin. Technische Lösungen würden "leider nicht kurzfristig am Markt verfügbar sein", insofern gebe es auch "noch kein Preisschild".

(csr/dpa)
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