7,8 Prozent mehr als im Vorjahr: Die Steuereinnahmen sprudeln wieder

7,8 Prozent mehr als im Vorjahr : Die Steuereinnahmen sprudeln wieder

Nach dem überraschenden Einbruch im August haben die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im September wieder kräftig zugelegt.

Der Fiskus sammelte nach Angaben des Bundesfinanzministeriums vom Montag im vergangenen Monat 54,7 Milliarden Euro ein und damit 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit kamen in den ersten drei Quartalen bereits 416,4 Milliarden Euro in die Kassen, 3,2 Prozent mehr als von Januar bis September 2012.

Setzt sich diese positive Entwicklung fort, dürfte der Staat die Prognose für das Gesamtjahr 2013 übertreffen. Experten hatten ihm 2,5 Prozent höhere Steuereinnahmen vorhergesagt. Im August waren die Steuereinnahmen wegen einer Reihe von Sondereffekten, darunter höhere Abführungen an die EU, um 2,3 Prozent geringer ausgefallen. Es war das erste Minus seit Mai 2012.

Dem Ministerium zufolge ging der Zuwachs im September vor allem auf die gestiegenen Einnahmen aus der Lohnsteuer (plus 6,1 Prozent), der veranlagten Einkommensteuer (plus 9,2 Prozent) und der Körperschaftsteuer (plus 93,6 Prozent) zurück. In den Zuwächsen spiegeln sich die hohe Beschäftigung und die gute Konjunktur wider. Dass sich die Einkünfte aus der von großen Unternehmen gezahlten Körperschaftsteuer nahezu verdoppelten, geht nach Angaben der Beamten auf einen statistischen Effekt zurück, weil die Vergleichsbasis September 2012 extrem niedrig war. Die Steuereinnahmen gelten als wichtiges Indiz für die Konjunktur, können aber von Monat zu Monat stark schwanken.

Das Bundesfinanzministerium rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs bleibt. "So nimmt die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen deutscher Produzenten tendenziell zu", hieß es im neuen Monatsbericht. "Und die auf hohem Niveau befindliche Stimmung in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes verbessert sich kontinuierlich."

Die Industrie dürfte das Wirtschaftswachstum daher auch weiter anschieben. Aber auch die Vorzeichen für einen wachsenden privaten Konsum stünden angesichts der steigenden Beschäftigung und damit einhergehender Einkommensverbesserungen gut. Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen für das Sommerquartal mit einem Plus von 0,3 Prozent, das dann im letzten Vierteljahr um 0,4 Prozent zulegen sollte.

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(REU)