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Kommentar: Die Spirale des Antisemitismus

Kommentar : Die Spirale des Antisemitismus

Grausame Bilder vom Leiden und Sterben im Gaza-Streifen haben eine unvorstellbare Spirale in Gang gesetzt. Das Demonstrationsrecht endet dort, wo zu Rassenhass und Völkermord aufgerufen wird.

Gerade noch demonstrierten die Menschen auf Deutschlands Straßen im Jubel über den Weltmeistertitel einen sympathischen Patriotismus, da zeigt sich dort die hässliche Fratze des Antisemitismus.

Jüdische Mitbürger packt zu Recht das blanke Entsetzen, wenn sie im Deutschland des Jahres 2014 schon wegen des Tragens einer Kippa verfolgt werden, wenn Israelhasser sie "ins Gas" wünschen.

Grausame Bilder vom Leiden und Sterben im Gaza-Streifen haben eine unvorstellbare Spirale in Gang gesetzt: Auf den Anlass folgte der nachvollziehbare Protest gegen das israelische Vorgehen, darauf setzten Islamisten die Forderung nach Auslöschung Israels, in die dann Antisemiten ihren Rassenwahn mischten.

Diese Spirale muss mit aller Macht zurückgedreht werden. Aktives Ausgrenzen ist erste Bürgerpflicht. Und die palästinensischen Mitbürger müssen erfahren, dass selbst in größter Wut das Demonstrationsrecht dort endet, wo zu Rassenhass und Völkermord aufgerufen wird.

Am Ende darf auch nach einer Waffenruhe der Druck auf die Konfliktparteien nicht aufhören: Kluges Stärken gemäßigter Kräfte muss Israelis und Palästinensern klar machen, dass sie nur verlieren, so lange sie auf Scharfmacher setzen.

(may-)