Die Rentenreform der großen Koalition in Berlin steht auf der Kippe

Sozialpolitik : Rentenreform der großen Koalition auf der Kippe

Die Rentenkommission der Bundesregierung wird ihre Vorschläge für eine langfristige Alterssicherung voraussichtlich mit Verspätung vorlegen. Der Streit entzündet sich vor allem am Renteneintrittsalter

Dies erfuhr unsere Redaktion aus Kreisen der Kommission. Einzelne Mitglieder bezweifeln, dass es überhaupt zu einem Konsens kommt. So hatte der Ökonom Axel Börsch-Supan nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ „rentenpolitische Denkverbote“ beklagt.

Die Kommission, die aus Vertretern der Arbeitgeber und der Gewerkschaften sowie Politikern und Wissenschaftlern besteht, hat den Auftrag, ein Konzept vorzulegen, wie das Alterssicherungssystem ab dem Jahr 2025 finanziert werden und den Rentnern einen auskömmlichen Lebensunterhalt gewähren soll.

Während die Union und die Arbeitgeber auf eine Konsolidierung des Rentensystems dringen, setzen die Sozialdemokraten und die Gewerkschaften auf eine Ausweitung der Leistungen. Ein wichtiger Streitpunkt ist die Frage des Renteneintrittsalters. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte die Vorgabe gemacht, dass die Altersgrenze 67, die im Jahr 2031 als offizielles Renteneintrittsalter erreicht sein wird, nicht weiter nach hinten verschoben werden darf. Derweil hat eine Arbeitsgruppe der Unionsfraktion gefordert, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln.