Kommentar zur Bundeswehr: Die Meuterei auf der Gorch Fock

Kommentar zur Bundeswehr: Die Meuterei auf der Gorch Fock

Düsseldorf (RPO). Die "Gorch Fock" löst Faszination aus, wo immer der Dreimastsegler auftaucht. Die Deutsche Marine ist stolz auf ihre imposante Visitenkarte. Doch die Segel des Mythos haben durch die angebliche Meuterei Risse bekommen.

Denn was die Soldaten dem Wehrbeauftragten über ihre Erlebnisse im November erzählten, ist ganz und gar kein Aushängeschild für die moderne Bundeswehr, die so viel Wert auf die Prinzipien der Inneren Führung legt. Also darauf, dass die Soldaten ihre Rechte nicht im Hafen lassen.

Es zeugt von einem falschen Verständnis militärischer Notwendigkeiten, wenn die Schiffsführung die Bitte um ein Innehalten nach dem tragischen Tod einer Kameradin als "Aufwiegelung" und "Meuterei" empfanden. Es ist nachvollziehbar, dass die Marine das besondere Gemeinschaftserlebnis an Bord der "Gorch Fock" als Teil der Offiziersausbildung erhalten will. Aber der inzwischen vierte Todesfall durch Absturz aus der Takelage zwingt dazu, das Konzept zu überdenken. Zumindest das Sicherheitsreglement.

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Natürlich sollen Soldaten lernen, auch mit gefährlichen Herausforderungen umzugehen. Aber in Zeiten der elektronischen Kriegsführung muss sich die Marine keine künstlich am Leben erhaltenen Handgriffe in schwindelerregender Höhe mehr suchen, um das Überwinden von Angst zu üben.

(RP)
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