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Ende der Wehrpflicht: Die letzten Rekruten treten Dienst an

Ende der Wehrpflicht : Die letzten Rekruten treten Dienst an

Berlin (RPO). Am kommenden Montag treten vorerst die letzten Rekruten ihren Pflicht-Wehrdienst an. Bundesweit werden 12.150 Soldaten eingezogen, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag sagte. Wegen der Aussetzung der Wehrpflicht rücken anschließend nur noch Freiwillige nach.

In Nordrhein-Westfalen beginnen am Montag rund 2.500 junge Leute ihren Wehrdienst, in Baden-Württemberg und Bayern jeweils gut 1.500. In Niedersachsen rücken etwa 1.300 Wehrpflichtige bei den Kasernen an, in Hessen fast 800. Im Saarland sind es nur 186, in Bremen 95.

Insgesamt 6.400 Wehrpflichtige werden zum Heer gehen, 1.400 ihren Dienst bei der Luftwaffe antreten und 700 bei der Marine den Wehrdienst ableisten. Bei der Streitkräftebasis und dem Zentralen Sanitätsdienst werden es 2.800 beziehungsweise 850 Wehrpflichtige sein.

Die allgemeine Wehrpflicht wird zum 1. Juli ausgesetzt. Das heißt, nach der Einberufung zum Jahresbeginn wird niemand mehr gegen seinen Willen eingezogen. Die im Grundgesetz verankerte allgemeine Wehrpflicht bleibt jedoch grundsätzlich erhalten. Im Verteidigungsfall kommt sie automatisch wieder. Mit der Reform soll die Bundeswehr auch um ein Viertel auf 185.000 Soldaten schrumpfen.

42 Kreiswehrersatzämter sollen geschlossen werden

Unterdessen will die Bundeswehr in Zusammenhang mit der Aussetzung der Wehrpflicht offenbar mindestens 42 der bislang 52 Kreiswehrersatzämter schließen. Der CDU-Verteidigungsexperte Jürgen Herrmann sagte dem Bielefelder "Westfalen-Blatt" vom Donnerstag, voraussichtlich würden bundesweit nur acht bis zehn der Behörden erhalten bleiben. Die Kreiswehrersatzämter waren bisher vor allem für die Musterung der Wehrpflichtigen zuständig. Dort bislang tätige Ärzte könnten dem Bericht zufolge in anderen Bereichen eingesetzt werden, zum Beispiel als Truppenärzte, die sich um Rückkehrer aus Auslandseinsätzen kümmern.

Die derzeit vier Zentren der Bundeswehr für Nachwuchsgewinnung in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München sollen laut "Westfalen-Blatt" mit den verbleibenden Kreiswehrersatzämtern verschmelzen. Die Zentren waren für die Anwerbung Freiwilliger eingerichtet worden. Obwohl die Bundeswehr schrumpfe, "werden wir viel Geld in die Hand nehmen müssen, um junge Freiwillige zu werben", sagte Herrmann. Es werde nicht einfach sein, die jährlich geplante Zahl von 7500 zu erreichen. "Wir werden verstärkt Frauen ansprechen", kündigte der CDU-Politiker an.

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(apd/csh)