Die Impfpflicht schützt Kinder vor ihren Eltern

Kommentar zur geplanten Impfpflicht : Die Impfpflicht schützt Kinder vor ihren Eltern

Bund und Land wollen eine Masern-Impfpflicht bei Kita-Kindern einführen. Richtig so. Wer soziale Einrichtungen nutzt, muss sich auch sozial verhalten. Befremdlich ist die Haltung der Grünen.

Eltern haben die Verantwortung für das Wohl ihrer Kinder und die Freiheit, über ärztliche Eingriffe zu entscheiden. Das soll auch so bleiben. Doch nie ist Freiheit unbeschränkt. Sie stößt immer dann an Grenzen, wenn sie die Freiheit anderer beeinträchtigt. Und das ist beim Thema Masern-Impfung der Fall. Weil viele Eltern nicht gegen die heimtückische Krankheit impfen lassen, die zu Hirnentzündung oder gar zum Tod führen kann, bringen sie ihre und andere Kinder in Gefahr. Zugleich sorgen sie dafür, dass die Viren sich weiter verbreiten können, obwohl die Weltgesundheitsorganisation diese eigentlich ausrotten will.

Lange haben Politik und Ärzte mit Aufklärung versucht, die Impfquote zu erhöhen. Ohne Erfolg. Daher ist es gut, dass Bund und NRW nun eine Impfpflicht durchsetzen wollen: Wer sein Kind in eine Kita gibt, muss es vorher impfen lassen. Wer soziale Einrichtungen nutzt, muss sich eben auch sozial verhalten. Brandenburg macht es vor, der Landtag stimmte mit breiter Mehrheit zu. Befremdlich ist, dass die Grünen in Potsdam sich enthielten. Sie wollen wohl Wähler, die Verschwörungstheorien wie „Impfen fördert Autismus“ anhängen und ihre Kinder lieber auf Masernpartys schicken, nicht verprellen. Auch das ist unsozial.

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