Endlager nicht vor 2060? Grüne schimpfen über Atom-"Schlamassel"

Berlin · Die Grünen pochen angesichts der umfangreichen Probleme bei der Atommüll-Entsorgung in Deutschland auf eine Tempoerhöhung bei der Suche nach einer Lösung. Das machte die Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, deutlich.

 Rebecca Harms sieht große Probleme bei der Atommüllbeseitigung in Deutschland.

Rebecca Harms sieht große Probleme bei der Atommüllbeseitigung in Deutschland.

Foto: dpa, pen soe

"Dass ein Endlager ab 2060 bis 2070 betriebsbereit sein kann, ist eine optimistische Annahme", sagte Harms der Deutschen Presse-Agentur. Die Zwischenlager mit den Castor-Behältern seien aber nur für 40 Jahre genehmigt. "Da bekommen wir auf jeden Fall Probleme." Derzeit arbeitet eine Kommission an Kriterien für eine bundesweite Suche.

Mit Blick auf die Probleme im früheren Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, der Asse bei Wolfenbüttel, betonte Harms: "So ein gefährlicher Schlamassel wie in der Asse darf sich nicht wiederholen. Dort wurde verantwortungslos die Genehmigung als Forschungsbergwerk ausgeweitet, um Atommüllfässer aus überquellenden Zwischenlagern loszuwerden." Sie forderte, Sicherheitskriterien nicht in der Kommission, sondern von Wissenschaftlern zu entwickeln.

"Mir hat das schwedische Vorgehen immer gefallen. Da wo geforscht wird, wird nicht endgelagert. Auch da wo das zentrale Zwischenlager betrieben wird, wird nicht das Endlager eingerichtet", sagte Harms. Die Vorkämpferin gegen ein Endlager im Salzstock Gorleben mahnte mehr Einigungswillen an - so ist auch noch nicht erklärt, wo die 26 noch ausstehenden Castor-Behälter aus der Wiederaufarbeitung im Ausland zwischengelagert werden sollen. Der Streit um die Unterbringung der Castor-Behälter zeige, "dass die vielbeschworene nationale Verantwortung für den Atommüll immer noch eine Fiktion ist".

(dpa)
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