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Umfrage nach Kür der Spitzenkandidaten: Die Grünen können wieder punkten

Umfrage nach Kür der Spitzenkandidaten : Die Grünen können wieder punkten

Das Spitzenduo der Grünen für die Bundestagswahl steht fest – und es scheint der Partei zugute zu kommen. Denn in einer aktuellen Umfrage legt sie zu. In Bezug auf die Debatte um eine schwarz-grüne Koalition allerdings haben die Wähler ihre ganz eigene Meinung: Nur jeder Dritte befürwortet ein solches Bündnis.

Das Spitzenduo der Grünen für die Bundestagswahl steht fest — und es scheint der Partei zugute zu kommen. Denn in einer aktuellen Umfrage legt sie zu. In Bezug auf die Debatte um eine schwarz-grüne Koalition allerdings haben die Wähler ihre ganz eigene Meinung: Nur jeder Dritte befürwortet ein solches Bündnis.

Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt heißen die Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl 2013. Insbesondere die Kür Göring-Eckardts hatte zu einer erneuten Diskussion über eine schwarz-grüne Koalition geführt. Denn viele sahen darin ein Zeichen, dass sich die Grünen in diese Richtung öffnen könnten.

Zwar sehen beide Seiten noch zu viele thematische Differenzen, aber im stillen Kämmerlein dürfte so mancher über ein solches Bündnis nachdenken. Insbesondere bei der Union, da dem Wunschpartner FDP nach derzeitigen Umfragewerten sogar droht, aus dem Bundestag zu fliegen.

Kaum Hoffnung auf Wandel durch Schwarz-Grün

Doch die Bürger sind eher kritisch in Bezug auf ein schwarz-grünes Bündnis. Denn nur jeder Dritte könnte sich nach der aktuellen Forsa-Umfrage von "Stern" und RTL einen solchen Pakt vorstellen. 58 Prozent lehnen ihn ab oder sehen ihn kritisch.

Ähnliche Ergebnisse gab es vor wenigen Tagen auch bei einer Emnid-Umfrage für den "Focus". Danach stimmten nur sieben Prozent der Befragten Schwarz-Grün vor, 47 Prozent könnten sich diese Koalition unter Umständen vorstellen. Bei den Wählern scheint es also eine ähnliche Skepsis wie in der Politik selbst geben, zumal auf Landesebene — in Hamburg — ein solches Bündnis bereits gescheitert ist.

Dementsprechend skeptisch sind die Wähler laut der Umfrage auch, ob denn Schwarz-Grün überhaupt besser wäre als das jetzige Regierungsbündnis. Nur 29 Prozent sind davon überzeugt, 41 Prozent sehen sogar keinen Unterschied. Dabei ist die Skepsis in Bezug auf Schwarz-Gelb bereits bei vielen groß. Keine guten Vorzeichen also für ein solches Bündnis.

Große Koalition oder Schwarz-Grün

Doch auch in der aktuellen Forsa-Umfrage reicht es weder für Schwarz-Gelb (die FDP käme ohnehin nur auf vier Prozent, die CDU verliert und kommt auf 36 Prozent) noch für Rot-Grün. Denn die SPD verharrt bei 26 Prozent. Es würde gerade einmal für die Große Koalition reichen — oder eben für Schwarz-Grün (52 Prozent).

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Für die Grünen selbst allerdings gibt es gute Nachrichten. Sie können wieder kräftig punkten und legen in dieser Woche drei Prozent zu. Laut "Stern" das Jahrshoch, das die Partei 2012 lediglich im Januar einmal erreichen konnte.

Während die Wahl von Katrin Göring-Eckardt also scheinbar nicht nur in der Politik selbst positiv aufgenommen wurde, gibt es für Spitzenmann Jürgen Trittin in der Umnfrage auch einen Dämpfer. Denn 52 Prozent der Wähler sind skeptisch, wenn sie daran denken, dass Trittin Finanzminister werden könnte. Und diese Skepsis ist auch unter den Grünen-Wählern groß. 40 Prozent der Wähler trauen Trittin diesen Posten nicht zu.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Göring-Eckardt und Trittin gewinnen bei Urwahl

(das)