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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: "Die FDP muss die Kampfhosen anziehen"

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger : "Die FDP muss die Kampfhosen anziehen"

Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat ihre Partei ermahnt, ihr Erscheinungsbild zu verbessern. "Wir müssen die Kampfhosen anziehen und aufhören, uns mit uns selbst zu beschäftigen", sagte die Bundesjustizministerin in einem Interview.

Beim traditionellen Dreikönigstreffen hätten Parteichef Philipp Rösler und der neue Generalsekretär Patrick Döring "die Chance, die FDP für das neue Jahr inhaltlich klar zu positionieren", so die Justizministerin gegenüber der "Welt am Sonntag".

Leutheusser-Schnarrenberger sprach sich für einen ganzheitlichen Liberalismus aus, der Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik in Einklang bringe. "Nur so schaffen wir es, aus unserem Umfragetief herauszukommen." Zum Markenkern der FDP gehöre, die Freiheitsrechte der Bürger zu verteidigen, ohne den Gedanken der Solidarität zu vernachlässigen.

Auch Niebel unzufrieden

Auch Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) zeigt sich unzufrieden mit der Führung seiner Partei. Als Philipp Rösler nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden versprochen habe, die FDP werde jetzt liefern, hätten viele den großen Wurf erwartet, sagte Niebel dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Den habe es aber nicht gegeben.

Die FDP habe mit Rösler und dem neuen Generalsekretär Patrick Döring zwar alle Chancen aus ihrem Tief herauszukommen, sagte Niebel. "Es braucht aber Zeit, das scheue Wild Wähler davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, wieder auf die Lichtung zu kommen" sagte er.

Niebel kritisierte zudem Dörings Vorgänger Christian Lindner. Derzeit müssten sich FDP-Anhänger im Freundeskreis dafür rechtfertigen, dass sie für die Partei werben. "Da hat die Partei nicht genug Argumentationshilfe gegeben. Man muss die Basis befähigen, für die Partei zu kämpfen", sagte er.

(APD)