Die Ditib will ihre Imame selbst in Deutschland ausbilden

Nach Theologiestudium und Assessment-Center : Ditib will Imame selbst in Deutschland ausbilden

Der türkische Islamverband Ditib gilt als verlängerter Arm von Ankara - er ist direkt an die Regierung angebunden. Nun soll es Änderungen bei der Ausbildungen der Religionsbeauftragten geben. Den Grund dafür sieht die Ditib allerdings nicht in erster Linie in den politischen Vorwürfen.

(epd) Der Islamverband für türkischstämmige Muslime, die Ditib, beginnt in diesem Jahr mit einer eigenen Ausbildung von Religionsbeauftragten in Deutschland. Voraussetzung für die Ausbildung sei ein Bachelor-Abschluss in Islamischer Theologie und das erfolgreiche Durchlaufen eines Assessment-Centers, erläuterten der Vorstandsvorsitzende, Kazim Türkmen, und die Abteilungsleiterin Bildung, Forschung und Integration, Seyda Can.

Die Ditib komme damit einem steigenden Bedarf an Imamen nach. Eine untergeordnete Rolle spiele die Kritik, dass zu viele Imame aus der Türkei kämen und damit der Einfluss des türkischen Staates in den Ditib-Moscheen zu groß sei, erklärten die Vertreter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion. Langfristig gelte aber: „Je mehr eigene Religionsbeauftragte wir ausbilden, desto weniger werden aus der Türkei kommen müssen.“

Die Ausbildungsstätte in der Gemeinde Dahlem in der Eifel sehe 50 Ausbildungsplätze vor, hieß es. Ziel sei aber, alle 70 Bewerber aufzunehmen. Ausbildungssprache sei „überwiegend Deutsch“. Die Ausbildung finanziert der Verband nach eigenen Angaben komplett aus eigenen Mitteln. In den 857 Ditib-Moscheegemeinden in Deutschland sind rund 1000 Imame tätig. 120 von ihnen sind in Deutschland geboren und aufgewachsen und haben hier ihr Abitur gemacht. Die Ausbildung zum Religionsbeauftragten absolvierten sie aber in der Türkei.

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