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Klimagipfel-Blog: Mit Germanwatch in Kopenhagen: Die Anreise: mit dabei im "Train to Copenhagen"

Klimagipfel-Blog: Mit Germanwatch in Kopenhagen : Die Anreise: mit dabei im "Train to Copenhagen"

Kopenhagen (RPO). Morgen läuft der Klimagipfel in Kopenhagen an. Wir von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sind mit einem 60-köpfigen Team dabei. Darunter sind über 20 Experten zu unterschiedlichen Bereichen, begleitet von vielen jungen freiwilligen Unterstützern.

In den nächsten zwei Wochen muss es einen Startschuss geben für ein neues globales Wohlstandsmodell, und das in einem fairen, völkerrechtlich verbindlichen Abkommen. Um dafür bei den Regierungen den nötigen Druck zu erzeugen, arbeitet unser Team Tag und Nacht. Dabei sehen wir den Politikern auf die Finger und helfen den Medien und der Öffentlichkeit, zwischen schönen Worten (wir sagen dazu Greenwashing) und Substanz unterscheiden zu können.

Unsere Verkehrsexperte Manfred Treber bei seinem Vortrag im Train to Kopenhagen. Foto: Germanwatch, Simone Ackermann

Nur wenn jetzt durch unser Handeln vor 2017 der Scheitelpunkt des globalen Emissionsausstoßes erreicht wird und danach die Emissionen zügig sinken, können wir die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad Celsius begrenzen.

Unsere Reise nach Kopenhagen begann hier am Kölner Hauptbahnhof. Foto: germanwatch, Simone Ackermann

Für mehr als 400 beginnt schon hier die Konferenz

Schon unsere Anreise entsprach den Forderungen des Klimaschutzes. Wir fuhren mit dem "Zug nach Kopenhagen", der am Samstag, den 5. Dezember, nach Kopenhagen aufbrach. Durch die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit im Zug konnten wir mit anderen Mitreisenden aus aller Welt diskutieren und uns auf den Klimagipfel einstimmen. Mit an Bord sind neben Umwelt-Aktivisten auch Politiker, Unterhändler und Klima-Experten.

Nach Meinung von Manfred Treber, unserem Referenten für Klima und Verkehr, ist dies eine bislang einmalige Aktion. Der Weltverband der Eisenbahnen (UIC), das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der WWF, um nur die Hauptinitiatoren zu nennen, schickten einen Umweltzug von Brüssel über Köln und Hamburg zum Klimagipfel nach Kopenhagen. Mehr als 400 Personen aus Zivilgesellschaft, Unternehmen, Politik und Medien fuhren in Begleitung von mehreren Bahn-Chefs. Für uns "Germanwatchler" begann die die knapp elfstündige Reise in Köln.

Was bedeutet Obamas Entscheidung?

Das Besondere an diesem Zug waren zum Beispiel zwei Event-Wagen, die Raum für bis zu 100 Personen boten. Während der ganzen Fahrt fanden dort interessante Veranstaltungen statt. Bis zum späten Abend ging es um Themen rund um Bahn und Klimaschutz. Auch unser Referent Manfred Treber hatte dabei einen Programmpunkt im Wagon "Marktplatz" gestaltet und sprach zur Zukunft der Elektromobilität in Deutschland. Der Beitrag fand positiven Anklang und regte zu einigen Diskussionen an.

Politischer Höhepunkt der Veranstaltungen war aus unserer Sicht die Diskussionsrunde über die Aussichten von Kopenhagen. Mit dabei: Unter anderem Achim Steiner (UNEP-Chef), Nicole Wilke (Leiterin der deutschen Verhandlungsdelegation), Jason Anderson (Leiter der Europäischen Klima- und Energiepolitik des WWF in Brüssel). Mit ihnen diskutierten wir über die Nachricht des Tages: Macht die Entscheidung von US-Präsident Obama, seine Reise nach Kopenhagen um eine Woche zu verschieben und beim Finale des Klimagipfels dabei zu sein, Hoffnung auf ein zufriedenstellendes Ergebnis? Wenn wir Kopenhagen in zwei Wochen mit dem Zug wieder verlassen werden, wird diese Frage beantwortet sein…

Demonstration von zwei Extremsportlern

Später zeigten die Extremsportlerinnen Roz Savag aus Großbritannien und Alison Gannett aus den USA Videos aus ihrem Leben und ihrer Arbeit für den Klimaschutz. Sie hatten zu Fuß den Land- und Seeweg von London nach Brüssel auf sich genommen, um im Zug nach Kopenhagen dabei sein zu können. Sehr eindrucksvoll zeigte Alison, dass eine Reduzierung der eigenen CO2-Bilanz von ihren vormals 12 auf 8 Tonnen CO2 jährlich mit kostengünstigen, aber effektiven Mitteln für jeden innerhalb von kurzer Zeit durchführbar ist.

Zum Hintergrund: Die Deutschen emmittieren im Jahr durchschnittlich ganze 10 Tonnen CO2 pro Jahr, ein US-Amerikaner sogar 20. Alisons großes Ziel ist es, ihren eigenen Wert von acht auf zwei Tonnen zu senken. Mit einem solchen Pro-Kopf-Wert bestehen gute Chancen, dass die globale Erwärmung unter 2 Grad Celsius bleibt.

Hintergründe, Zukunftsszenarien, Blockierer und Hoffnungsträger - in unserem Special finden Sie alles zum Klimagipfel.

(Germanwatch)