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Deutschland nimmt die ersten 50 Flüchtlingskinder auf - Minderjährige aus griechischen Lagern

Minderjährige aus griechischen Lagern : Deutschland nimmt die ersten 50 Flüchtlingskinder auf

Deutschland will in der kommenden Woche 50 unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. Eine zweiwöchige Quarantänezeit sollen sie in Niedersachsen verbringen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin erfuhr, hat die Landesregierung in Hannover zugesagt, dass sie ihre Corona-Quarantäne von zwei Wochen in Niedersachsen verbringen können. Anschließend sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden. Deutschland will dem Vernehmen nach gemeinsam mit Luxemburg, das die kurzfristige Aufnahme von zwölf Kindern und Jugendlichen zugesagt hat, einen Charterflug organisieren.

Derweil hat die Regierung in Athen nach internationaler Kritik ihre Entscheidung zurückgenommen, Asylanträge von Migranten, die nach dem 1. März illegal aus der Türkei nach Griechenland gekommen sind, nicht anzunehmen. Wie das Migrationsministerium in Athen am Dienstag mitteilte, können diese Menschen nun doch Asylanträge stellen. Jeder Fall werde bearbeitet. „Wer keinen Anspruch auf Schutz hat, wird umgehend zurück in sein Herkunftsland geschickt“, hieß es in der Erklärung des Ministeriums weiter.

Solange die Asylanträge in Bearbeitung seien, müssten die Menschen in Lagern bleiben, teilte das Migrationsministerium weiter mit. Freiwillige Rückkehrer sollen 2000 Euro erhalten, hieß es.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Flüchtlinge und andere Migranten offen. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf den Weg, um aus der Türkei nach Griechenland und somit in die EU zu gelangen. Griechenland ließ sie jedoch nicht passieren.

Knapp 1900 Menschen, die es schafften, nach Griechenland zu kommen, wurden in zwei Lager bei Malakasa nahe Athen und Sintiki nahe Thessaloniki untergebracht. Athen hatte als Reaktion im März die Bearbeitung aller Asylanträge für einen Monat ausgesetzt. Dies hatten humanitäre und Menschenrechtsorganisationen kritisiert.

(felt/dpa)