Kommentar zum NSU-Losverfahren: Deutschland macht eine schlechte Figur

Kommentar zum NSU-Losverfahren : Deutschland macht eine schlechte Figur

Deutschland, das im Konzert der Europäer die erste Geige spielt, macht bei einigen nationalen Aufführungen eine schlechte Figur.

Zu den Beispielen gehören der Großflughafen in Berlin, die Philharmonie in Hamburg, der Bahnhof in Stuttgart. Hinzu gesellt sich der Strafprozess gegen Mitglieder eines rassistischen "Nationalsozialistischen Untergrundes", denen zehn Morde und andere Delikte vorgeworfen werden.

Das Verfahren stellt ebenfalls eine nationale Aufgabe dar, eine Prüfung für Rechtsstaatlichkeit und deutsche Gründlichkeit, an der es bei der Aufklärung gemangelt hatte.

Aufgrund nicht ausreichender Differenzierung bei der Verlosung der Presseplätze führte scheinbare Akkuratesse ins ungewollt Komische. Es ist zwar das Wesen einer Lotterie, dass das Glück nicht jeden trifft.

Dass aber bundesweit verbreitete Tageszeitungen mit juristischem Sachverstand leer ausgehen, einige Hallotria-Medien aber zum Zuge kommen, bedeutet unbeabsichtigten, leider wohl hinzunehmenden Unernst. Er läuft der todernsten Sache, um die es im Prozess geht, zuwider.

(RP/csi/jre)
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