1. Politik
  2. Deutschland

Deutscher Umweltpreis geht an Hans Joosten und Katrin Böhning-Gaese

Katrin Böhning-Gaese und Hans Joosten : Deutscher Umweltpreis geht an Artenschützerin und Moorforscher

Die Ökologin Böhning-Gaese untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen, Joosten forscht über Moore als Klimaschützer. Bundespräsident Steinmeier verleiht den Preis im Oktober.

(eDer Deutsche Umweltpreis geht 2021 an einen Moorforscher und eine Artenschützerin. Hans Joosten (66) aus Greifswald und Katrin Böhning-Gaese (56) aus Frankfurt am Main teilen sich die mit 500.000 Euro dotierte Auszeichnung, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Freitag mitteilte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den Preis am 10. Oktober in Darmstadt überreichen.

Joosten hat jahrzehntelang über Moore als Klimaschützer und die dramatischen Folgen ihrer Entwässerung geforscht. Der Wissenschaftler leitet eine Arbeitsgruppe am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald. Böhning-Gaese habe die Bedeutung der biologischen Vielfalt für Planet und Mensch wissenschaftlich herausgearbeitet, hieß es. Sie ist Direktorin des „Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums“ in Frankfurt.

Der Deutsche Umweltpreis 2021 solle ein Signal sein, betonte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Wir haben nur eine Erde. Und wir müssen mit der Vielfalt des Lebens behutsam umgehen.“ Die jährlich vergebene Auszeichnung ist europaweit eine der höchstdotierten im Bereich Umwelt. Die DBU zeichnet damit Leistungen aus, die vorbildlich zum Umweltschutz beitragen.

Die Ökologin Böhning-Gaese untersucht den Angaben zufolge die Auswirkungen des Klimawandels und der vermehrten Landnutzung auf die Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen. Sie entwickle daraus Prognosen und Handlungsempfehlungen für die kommenden Jahrzehnte. Die Professorin habe etwa maßgebliche Grundlagen für die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft im Blick auf eine Agrarwende in Deutschland gelegt.

Der Moorforscher Joosten habe in mehr als 600 wissenschaftlichen Publikationen auf die komplexen Zusammenhänge im Lebensraum Moor hingewiesen. „Er steht wie kaum ein anderer dafür, dass wir die Moore als Landschaftstyp und Klimaschützer brauchen - und deshalb vor Entwässerung schützen müssen“, sagte Bonde. Denn Moore bänden CO2.

Weltweit sei jedoch bereits etwa ein Fünftel der Moore entwässert, in Deutschland seien es sogar schon fast 95 Prozent. Das habe gravierende Folgen für die Treibhausgas-Emissionen, betonte Bonde. Deshalb müssten nun möglichst viele dieser Lebensräume wieder vernässt werden. Joosten habe zudem eine naturverträgliche Nutzung von Mooren entwickelt. So werde bei der sogenannten Paludi-Kultur Torfmoos angebaut, das im Gartenbau als Ersatz für fossilen Torf verwendet werde.

(lils/epd)