Umfrage zur Eurokrise: Deutsche zittern um ihr Vermögen

Umfrage zur Eurokrise : Deutsche zittern um ihr Vermögen

Die Eurokrise macht den Deutschen zunehmend Angst: Mehr als die Hälfte der Bürger sorgt sich einer neuen Umfrage zufolge um ihr Vermögen. Für die Kanzlerin gibt es auch gute Nachrichten. Nach einer Umfrage bleibt sie die Nummer eins auf der Beliebtheitsskala der Politiker.

Die Finanzkrise hat Europa weiter fest im Griff. Und sie scheint mittlerweile auch die Deutschen zu erreichen. Zwar geht es der europaweit wirtschaftlich stärksten Nation weiter gut, die Bürger aber sorgen sich zunehmend um ihr angespartes Geld und ihren Wohlstand. Das geht aus einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag der "ARD-Tagesthemen" und der Zeitung "Welt" hervor.

Vor drei Monaten glaubten 32 Prozent an eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage - heute sind es bereits 56 Prozent, die davon ausgehen, dass sich die Situation in einem Jahr erheblich verschlechtern wird.

Trübe Aussichten

Zwar sehen 70 Prozent der Bundesbürger die Rettung der Gemeinschaftswährung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in guten Händen. Allerdings glauben 84 Prozent: "Der schlimmste Teil der Euro- und Schuldenkrise steht uns noch bevor".

Trübe Aussichten, die durch schlechte Konjunkturzahlen weiteren Nährboden erhalten. Erst am Mittwoch meldete die deutsche Industrie deutliche Geschäftseinbußen für den Start ins zweite Halbjahr und Firmen befürchten einen Abschwung in Osteuropa.

Schlechte Konjunktur

Die belgische Wirtschaft ist im Frühjahr drei Mal so stark geschrumpft wie erwartet. Da das kleine Land starke Handelsverflechtungen zu seinen Nachbarn wie Deutschland pflegt, lassen die unerwartet schwachen Zahlen wenig Gutes für die gesamte Währungsunion erahnen.

Trotz aller Kritik aus dem In- und Ausland an ihrer Euro-Politik bleibt Merkel der Umfrage zufolge die beliebteste Politikerin in Deutschland. 68 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Das ist ihr bester Wert seit Dezember 2009, als Schwarz-Gelb gerade ins Amt gekommen war.

Union mit Bestwert

Mit ihr erreicht auch die Union Bestwerte unter den Parteien. CDU/CSU gewinnen bei der Sonntagsfrage im Vergleich zum Vormonat einen Punkt hinzu und kommen auf 36 Prozent. Die FDP klettert ebenfalls um einen Punkt und erreicht fünf Prozent, womit sie wieder mehr auf einen Wiedereinzug in den Bundestag bei der Wahl im nächsten Jahr hoffen kann.

Die SPD verliert zwei Punkte und kommt auf 28 Prozent. Jeweils einen Punkt büßen die Grünen (13 Prozent) und die Linken (sechs Prozent) ein. Die Piraten gewinnen einen Punkt dazu und kommen auf 8 Prozent.

Rösler ist Schlusslicht

59 Prozent sind unzufrieden mit der Arbeit von Schwarz-Gelb. Im Vormonat waren es allerdings noch 64 Prozent. Dabei werden die Regierungsparteien unterschiedlich beurteilt. 45 Prozent sind mit der CDU zufrieden, 26 Prozent mit der CSU und mit der FDP nur zwölf.

Platz zwei der Politiker-Hitliste belegt Finanzminister Wolfgang Schäuble (64 Prozent/plus drei Punkte). Ihm folgen Verteidigungsminister Thomas de Maizière (60/minus zwei) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (55/-6).

Platz fünf teilen sich mit jeweils 52 Prozent der SPD-Politiker Peer Steinbrück (minus drei) und NRW-SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (minus acht). Schlusslicht bleibt FDP-Chef Philipp Rösler.

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(rpo/dpa/rtr)
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