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Unterricht-Kürzung bei Turbo-Abitur: Der Osten wehrt sich

Unterricht-Kürzung bei Turbo-Abitur : Der Osten wehrt sich

Berlin (RPO). Die geplanten Kürzungen des Unterrichts bei einem achtjährigen Turbo-Abitur stößt bei den Bundesländern im Osten auf Ablehnung. Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben sich gegen eine Unterrichtskürzung ausgesprochen.

"Eine Kürzung der Unterrichtsstunden würde wohl kaum dazu beitragen, dass Deutschland bei internationalen Bildungsvergleichen in Zukunft besser abschneidet", sagte der sächsische Kultusminister Steffen Flath (CDU) der "Tageszeitung" laut Vorabmeldung. Es sei nicht möglich oder notwendig, die Mindeststunden an den Gymnasien bis zum Abitur zu verringern.

Sein Thüringer Amtskollege Jens Goebel warnte vor Aktionismus in der derzeitigen Debatte. "Die Qualität des Abiturs muss erhalten bleiben", sagte der CDU-Politiker. Eine Kürzung der Stundenzahlen an den Gymnasien stehe deshalb nicht zur Diskussion.

Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz, erinnerte daran, dass in den 90er Jahren die alten Bundesländer auf die Einführung einer Mindestzahl von 265 Unterrichtsstunden bis zum Abitur gedrängt hätten.

Damals gab es nur in Ostdeutschland das achtjährige Gymnasium. "Dass eine eigens für die neuen Länder erfundene Regelung zur bundesweiten Anerkennung des zwölfjährigen Abiturs nun plötzlich nicht mehr erfüllbar sein soll, stößt im Osten sauer auf", sagte Olbertz.

Viele Bundesländer haben inzwischen das Abitur nach acht Jahren eingeführt oder beschlossen. Schüler, Eltern und auch Lehrer beklagen die Umsetzung, die angeblich zu mehr Stress und Nachmittagsunterricht führte. Nach Protesten wollen Politiker Lehrpläne überarbeiten und Stunden kürzen. Schüler in Thüringen und Sachsen können ihr Abitur schon lange nach insgesamt zwölf Schuljahren ablegen.

(ap)