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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet geht mit einer Tandemlösung in den Kampf um den CDU-Vorsitz

CDU-Vorsitz : Laschet geht aufs Ganze

Auch der Ministerpräsident will CDU-Vorsitzender werden – mit Jens Spahn als Vize.

(maxi/qua) Der rheinische NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der westfälische Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben im Kampf um den CDU-Vorsitz eine Allianz geschmiedet. Die einstigen Erzrivalen einigten sich darauf, dass Laschet für den CDU-Vorsitz kandidieren soll und damit auch Kanzlerkandidat werden kann. Spahn hingegen, der 2018 noch in einer Kampfkandidatur um den Parteivorsitz unterlegen war, möchte nun Vizechef unter Laschet werden.

Die CDU sei derzeit in einer Lage, „in der es um mehr geht als nur die persönlichen Ambitionen“, sagte Spahn in Berlin. In einem Schreiben an die Parteifreunde in NRW, das unserer Redaktion vorliegt, lässt Laschet wissen: „Nur wenn wir als Partei selbst den Zusammenhalt leben, werden wir gesellschaftlichen Zusammenhalt stiften können.“

Laschet und Spahn landeten ihren Überraschungs-Coup anderthalb Stunden vor dem Auftritt des Konkurrenten Friedrich Merz, der nun wie Norbert Röttgen als Einzelkämpfer gegen das Tandem antreten muss. Der Sauerländer betonte, dass er „auf Sieg und nicht auf Platz“ spiele. Seine Chance auf einen Sieg schätzte er „sehr viel besser“ ein als im Jahr 2018. Damals unterlag er Annegret Kramp-Karrenbauer nur knapp. Inhaltlich positionierte sich Merz für eine Klimapolitik mit Wirtschaftskompetenz und für eine weitere Vertiefung der europäischen Zusammenarbeit.

In den kommenden Wochen steht ein kurzer heißer Wahlkampf um den Parteivorsitz an. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen Laschet und Merz bis Herbst 2021 kooperieren, wie sie beide betonten. Merz, dessen Verhältnis zur Kanzlerin als zerrüttet gilt, erklärte, Merkel und er hätten genug staatspolitische Verantwortung, um eine Kooperation sicherzustellen. Allerdings gab es in der vergangenen Woche nach Informationen unserer Redaktion bereits Planspiele in der nordrhein-westfälischen CDU, wie man Merkel Ende 2020 dazu bewegen könnte, freiwillig das Feld zu räumen, um dem neuen CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten das Feld zu überlassen.