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SPD-Gesundheitsexpertin Ferner: Demenzkranke besser versorgen

SPD-Gesundheitsexpertin Ferner : Demenzkranke besser versorgen

Düsseldorf (RP). Die stellvertretende Fraktions- und Parteichefin der SPD, Elke Ferner, strebt bei der Reform der Pflegeversicherung einen "direkten finanziellen Transfer" der privaten an die gesetzliche Versicherung an. "Es wäre möglich, einen Teil der Risiken direkt auszugleichen und eine gemeinsame Demografie-Reserve zu bilden", sagte Ferner im Interview mit unserer Redaktion.

Wie wollen Sie verhindern, dass es bei der Reform der Pflegeversicherung ein ähnliches Hickhack gibt wie bei der Gesundheit?

Ferner: Wir haben aus den Gesundheitsverhandlungen gelernt, dass es überhaupt keinen Sinn macht, die Länder gleich mit an den Verhandlungstisch zu setzen. Nicht alles, was ausverhandelt war, war zum Schluss auch belastbar. Ständig kamen Nachforderungen. Bei der Pflege müssen wir jetzt erst mal unseren Job auf Bundesebene machen. Die Länder kommen dann im Bundesrat zu Wort.

Müssen sich die Bürger auf steigende Kosten für die Pflege einstellen?

Ferner: Das hängt davon ab, wie sich die Einnahmeseite der Pflegeversicherung entwickelt. Die war ja im vergangenen Jahr günstiger. Klar aber ist, wenn man eine Ausweitung der Leistungen haben und Demenzkranke besser versorgen möchte, dann wird das nicht alleine durch eine finanzielle Umschichtung vom stationären in den ambulanten Bereich möglich sein.

Die große Koalition will die Finanzierung der Pflege mit einem Kapitalstock besser sichern. Wie soll das umgesetzt werden?

Wie sichern Sie, dass eine solche Reserve nicht zu früh aufgezehrt wird?

Ferner: Die Reserve muss politikresistent gemacht werden, damit das Geld dann vorhanden ist, wenn es gebraucht wird.

Aus der SPD gibt es den Vorschlag, zur Finanzierung des Kapitalstocks die Beitragsbemessungsgrenze in der Pflegeversicherung zu erhöhen. Ist das sinnvoll?

Sollen auch die Arbeitgeber einen Anteil leisten?

Wie ist der Ausgleich möglich?

Ferner Möglich ist er über einen direkten finanziellen Transfer. Es wäre möglich, einen Teil der Risiken direkt auszugleichen und eine gemeinsame Demografie-Reserve zu bilden. Es ist nicht akzeptabel, dass die beiden Systeme so auseinander fallen.

Eva Quadbeck führte das Interview.