1. Politik
  2. Deutschland

Minister hält Probleme für gebannt: De Maizière holt neuen Personalausweis ab

Minister hält Probleme für gebannt : De Maizière holt neuen Personalausweis ab

Berlin (RPO). Trotz Anfangspannen hält Bundesinnenminister Thomas de Maizière den neuen elektronischen Personalausweis im Scheckkartenformat für sicher. Vom 3. Januar an gebe es eine neue Software, um den Ausweis am heimischen Computer auszulesen, kündigte der CDU-Politiker am Freitag im Berliner Rathaus Schöneberg an. Dort holte er seinen eigenen Personalausweis ab.

Probleme gab es mit der sogenannten eID-Funktion (elektronische Identität) des neuen Ausweises, mit der sich Bürger online ausweisen können. Nachdem ein Hacker die Update-Funktion der Software manipuliert hatte, stoppte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie die weitere Verbreitung des entsprechenden Computerprogramms, des sogenannten AusweisApp.

Auch die Debatte über die Sicherheit der Lesegeräte hält der Bundesinnenminister für erledigt. Hackern war es gelungen, die sechsstellige geheime PIN (Persönliche Identifikationsnummer) zu manipulieren, nicht aber, den Ausweis auszulesen. "Ich bleibe dabei: Der neue Ausweis ist sicher", sagte de Maizière.

Er hält den Start "alles in allem für gelungen". 5.300 Behörden nähmen inzwischen rund 30.000 Anträge pro Werktag entgegen, sagte der Minister. "Es gibt also weder einen Ansturm noch eine Zurückhaltung."

Nur die Bundesdruckerei, die die neuen Ausweise herstellt, kommt nicht mit dem Ausliefern nach. 300.000 Ausweise seien bislang fertig geworden, erklärte de Maizière. "Das muss besser werden", meinte er.

Der Bundesinnenminister hat seinen ersten Wohnsitz in Dresden, holte seinen Personalausweis aber im Rathaus Schöneberg ab. "Das geht auch nicht nur beim Minister", erklärte er. Gegen Aufpreis könne der Ausweis bundesweit beantragt werden, müsse am Antragsort aber auch abgeholt werden. Das neue Dokument kostet in der Regel 28,80 Euro und damit dreieinhalbmal so viel wie sein Vorgänger.

Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte, in der Hauptstadt komme man relativ zügig an einen neuen Ausweis, auch wenn man kein Bundesinnenminister sei. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sagte, vor alle junge Leute wollten das neue Dokument, um mehr Geschäfte per Computer abwickeln zu können. Über kurz oder lang sei es auch möglich, sein Auto online zuzulassen.

(AP/felt)