Darlehen für Familienpflege erweisen sich als Flop

Nur 311 laufende Verträge: Darlehen für Familienpflege erweisen sich als Flop

Pflegende Angehörige nehmen das staatliche Angebot eines zinslosen Darlehens als Ausgleich für ihren Verdienstausfall praktisch nicht in Anspruch. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit nur 181 Darlehen bewilligt.

Hinzu kommen 311 laufende Verträge, die seit Einführung des Pflege-Darlehens 2015 geschlossen wurden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Bedarf müsste es aber hunderttausendfach geben. Von den knapp drei Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden etwa 1,4 Millionen allein durch Angehörige versorgt. "Die große Koalition muss sich eingestehen, dass dieses Pflege-Darlehen keine Wirkung entfaltet", sagte die Haushaltsexpertin der Grünen, Ekin Deligöz.

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"Man wollte gezielt Pflegenden helfen, hat sich aber für eine Spar-Variante entschieden, die gefloppt ist", betonte Deligöz. Sie sprach sich für die Einführung "einer dreimonatigen Pflegezeit mit Lohnersatz" aus.

Die Ausgaben des Bundes für die Pflegedarlehen betrugen nur 756.000 Euro. Im Haushalt veranschlagt waren 8,1 Millionen Euro. Familienpflegezeit kann seit 2008 in Anspruch genommen werden. 2015 wurde das Gesetz nachgebessert. Seitdem gibt es auch die Pflege-Darlehen. Angehörige haben einen Rechtsanspruch auf eine zehntägige kurzfristige Auszeit und auf sechs Monate Pflegezeit.

(qua)
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