Cyberangriffe: Bundesregierung beschuldigt Russland

Nach Großbritannien und Australien : Bundesregierung sieht ebenfalls Russland hinter Cyberattacken

Nicht nur Großbritannien, jetzt beschuldigt auch die Bundesregierung offiziell Russland als Urheber massiver Cyberattacken der vergangenen Jahre. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

„Auch die Bundesregierung geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass hinter der Kampagne APT28 der russische Militärgeheimdienst GRU steckt“, sagte er in Berlin.

Großbritannien und Australien hatten dem russischen Militär-Geheimdienst GRU am Donnerstag groß angelegte Hackerattacken in aller Welt vorgeworfen. Der GRU sei nachweisbar verantwortlich für Hackerangriffe auf politische Institutionen, Unternehmen, Medien und Sportinstitutionen weltweit, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt.

Ebenfalls am Donnerstag wurde Russland wegen eines vereitelten Hackerangriffs auf die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag international an den Pranger gestellt. Die niederländische Regierung machte Moskau für die Attacke verantwortlich und wies vier mutmaßliche Agenten des aus.

In Deutschland wurde kein neuer Vorfall bekannt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bekräftigte, es gebe eine "dauerhafte Bedrohungslage". Das Amt verwies auf "wiederholte" Cyberangriffe auf Wirtschaftsunternehmen wie die im Juni bekannt gewordenen Attacken auf Energiekonzerne.

(csr/hebu/dpa)
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